US-Präsident Zachary Taylor
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Zachary Taylor wurde 1848 zum zwölften Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt

Der zwölfte Präsident der Vereinigten Staaten

Zachary Taylor: Leben und Karriere des US-Präsidenten

Zachary Taylor wurde vom Kriegshelden zum US-Präsidenten.

  • Zachary Taylor wurde in Virginia geboren, erhielt keine umfassende Schulbildung und trat zeitnah der US-Army bei.
  • Taylor wirkte in zahlreichen Kriegen und Schlachten mit und galt als Kriegsheld.
  • Zachary Taylor wurde 1848 zum zwölften Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und starb nach 16 Monaten Amtszeit.

Zachary Taylor (24.11.1784) blickt mit 16 Monaten auf eine vergleichsweise kurze Karriere als US-Präsident zurück. Dennoch prägte Taylor die Geschehnisse seiner Zeit, da er im Zuge seiner militärischen Laufbahn als Kriegsheld galt. Obwohl er über keine politischen Erfahrungswerte verfügte, wurde er 1849 zum zwölften Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Abseits seines öffentlichen Wirkens war Taylor auf Lebenszeit mit Margaret Mackall Smith (21.09.1788) verheiratet, mit der er sechs gemeinsame Kinder hatte.

Zachary Taylor: Kindheit und Jugend

Zachary Taylor wurde am 24.11.1784 in Virginia geboren. Seine Eltern waren Richard Taylor und Sarah Dabney Taylor. Er kam als drittes von neun lebenden Kindern der Pflanzer-Familie zur Welt. Richard Taylor war:

  • Mitglied einer der wichtigsten Pflanzer-Familien Virginias
  • Offizier der Kontinentalarmee
  • Abgeordneter in Virginias Legislative, der Virginia General Assembly

Aufgrund einer Landschenkung siedelte die Familie nach Louisville um. Dort kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Indigenen. Während Siedler sich die Befugnis nahmen, das Grenzland zu bewohnen und zu bewirtschaften, sahen indigene Gruppen ihr Land und ihre Kultur in Gefahr. Zachary Taylor verbrachte dort seine Kindheit, wo das Erlernen von praktischen Fähigkeiten bezüglich der Bewirtschaftung der Plantagen im Vordergrund stand. Eine schulische Laufbahn verfolgte Zachary Taylor mutmaßlich nicht beziehungsweise nur in Bruchstücken. Schreiben und Lesen erlernte er in seinem Elternhaus.

Zachary Taylor: Die Anfänge seiner militärischen Karriere

Nicht nur Richard Taylor sammelte Erfahrungen beim Militär, auch mindestens einer Zacharys Brüder schlug eine militärische Laufbahn ein. Zwischen 1807 und 1808 trat auch Zachary Taylor der noch kleinen United States Army bei, die zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines sich anbahnenden Krieges gerade vergrößert wurde. Taylor wurde offiziell zum Offizier ernannt und verpflichtete sich für die kommenden fünf Jahre. Ab Mai 1808 hatte er den Posten des Oberleutnants im 7. Infanterieregiment inne. In diesem Rahmen erlangte Zachary Taylor umfassendes Wissen auf dem Gebiet der Kriegsführung.

Zachary Taylor und sein Familienleben mit Margaret Taylor

Laut weitergegebenen Aussagen litt Zachary Taylor an einer Infektionskrankheit, aufgrund derer er beurlaubt wurde. Während dieses Aufenthaltes soll er Margaret Mackall Smith kennengelernt haben. Die zukünftige Margaret „Peggy“ Taylor stammte ebenfalls aus einer Pflanzer-Familie und war Anhängerin der Episkopalkirche.

Am 21.06.1810 heirateten Margaret und Zachary. Väterlicherseits bekam Zachary Taylor insgesamt 130 Hektar Land zu seiner Hochzeit geschenkt. Von da an besaß und bewirtschaftete Zachary Taylor nicht nur Plantagen, sondern war auch als Bodenspekulant tätig. Finanziell waren er und seine Familie durch den Grundbesitz und Spekulationen abgesichert. Zachary und Margaret Taylor bekamen sechs gemeinsame Kinder, von denen jedoch zwei verstarben.

Zachary Taylors Mitwirken in Kriegen

Im Zuge seiner 40-jährigen Laufbahn beim Militär wirkte Zachary Taylor in zahlreichen kriegerischen Zusammenhängen mit und konnte dahingehende Erfolge verbuchen. Bekanntheit erlange Zachary Taylor im Britisch-Amerikanischen Krieg, in dem er als militärischer Führer fungierte. Ein erneutes Offizierspatent lehnte er am 09.06.1815 ab. Stattdessen wollte sich Zachary Taylor in Louisville um seine Kinder und die Arbeit als Pflanzer kümmern. Diese Vorhaben währten jedoch nicht lange.

Am 17.05.1816 trat er erneut in die US-Armee ein. Über Jahre hinweg war er in der Armee tätig, kehrte zwischenzeitlich aber auch immer wieder zu seiner Familie zurück. Unterdessen bekamen Zachary Taylor und seine Frau Margaret nicht nur weitere Kinder, sondern verloren auch zwei Töchter durch eine Malariaerkrankung.

Zachary Taylors: Weitere Stationen seiner militärischen Laufbahn

Im Black-Hawk-Krieg oblag Zachary Taylor drei Monate lang die Befehlsgebung des 1. Infanterieregiments. Im Anschluss war Zachary Taylor auf dem US-Außenposten Fort Crawford stationiert. Darauf folgte sein Einsatz im Zweiten Seminolenkrieg. In dessen Rahmen wurde Zachary Taylor bekannt, da er eine offene Feldschlacht initiierte, bei der er zwar 26 Tote und über einhundert Verwundete beklagte, aber dennoch als Sieger zelebriert wurde. Im Vergleich beklagten seine Gegner lediglich 11 Tote und 14 verletzte Personen. 1839 wurde Taylor auf seinen eigenen Wunsch hin versetzt und war damit der am längsten agierende Kommandeur in diesem Krieg.

Daraufhin wurde Zachary Taylor nach New Orleans versetzt, was es ihm ermöglichte, seine Baumwollplantagen in Louisiana zu versorgen. Während der 1840er-Jahre verkaufte Taylor mehrere Plantagen und erwarb im Gegenzug eine neue Plantage, die 800 Hektar umfasste und zum neuen Wohnsitz der Familie Taylor wurde. Auf dieser Plantage arbeitete zwischen 80 und 100 Sklaven. Weiterhin wirkte Zachary Taylor im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg mit.

Zachary Taylors Rolle in unterschiedlichen Schlachten

Nicht nur die Schlacht von Buena Vista im Rahmen des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges war ein bedeutsamer Erfolg für Zachary Taylor. Seinen Ruf als wichtiger Militärführer rührt nicht zuletzt aus dieser Schlacht. Kritiker sehen diesen Ruf als ungerechtfertigt, da Zachary Taylor insbesondere in dieser Schlacht davon profitiert habe, dass die gegenüberstehenden Befehlshaber kaum über taktische Fähigkeiten verfügten. In der Schlacht von Resaca de la Palma agierte Zachary Taylor als General, unter dessen Führung die Vereinigten Staaten die Schlacht für sich entscheiden konnten. Auch in der Schlacht von Monterrey fuhr Taylor einen Sieg ein und festigte seinen Ruf als Kriegsheld.

Zachary Taylor und sein Einstieg in die Politik

Lange Zeit hatte Zachary Taylor keinen Bezug zur Politik. Aufgrund seines Rufes als Kriegsheld und namhafter Soldat bekundeten Anhänger der Whig Partei Interesse an Zachary Taylor. Vorerst zeigte Taylor kein Interesse an politischer Arbeit, auch weil er diese als nicht vereinbar mit seiner Pflicht als Soldat sah. Eigenen Angaben zufolge habe er bis dato auch noch nie gewählt. Nichtsdestotrotz überzeugte ihn die konservative Whig Partei davon, sich zur Präsidentschaftswahl 1848 aufstellen zu lassen. Zachary Taylor galt im Wahlkampf als Kandidat des Volkes.

Zachary Taylor: Die Wahl zum US-Präsidenten

Während des Wahlkampfes spielte die sogenannte Sklavenfrage eine zentrale Rolle. Es ging darum, ob Sklaverei auch in neu aufgenommen US-Staaten eingeführt werden solle. Zachary Taylor bezog diesbezüglich aber keine eindeutige Stellung. Er lehnte Sklavenhaltung zwar prinzipiell ab, war aber selbst aus wirtschaftlicher Perspektive nicht zu einem Verzicht von Sklaven bereit. Die verschiedenen Standpunkte zur Sklavenhaltung, insbesondere zwischen den Nord- und Südstaaten sorgten für eine Spaltung Amerikas. An dieser Stelle wollte Zachary Taylor für Einheit sorgen.

Zachary Taylor selbst wird nachgesagt, dass er mit seinen eigenen Sklaven einen vergleichsweise humanen Umgang pflegte. Aufgrund einer fehlenden Positionierung wählten ihn sowohl die Befürworter von Sklaverei als auch deren Gegner, woraufhin Zachary Taylor schlussendlich am 07.11.1848 zum zwölften US-Präsidenten gewählt wurde. Seine Vereidigung fand am 04.03.1849 statt.

Zachary Taylors Amtszeit

Die Amtszeit von Zachary Taylor war ebenfalls von Fragen bezüglich der Sklaverei geprägt. Während seiner Amtszeit beschäftigte er sich mit der Aufnahme Kaliforniens als US-Staat und der Frage, ob Sklavenhaltung dort erlaubt sein solle. Die Befürworter von Sklaverei drohten mit einem Austritt aus der amerikanischen Union. Zachary Taylor beantworte diese Drohungen mit dem Ankündigen von Waffengewalt.

Zu Zachary Taylors außenpolitischen Erfolgen gehörte der Abschluss des Clayton-Bulwer-Vertrags. Darin wurde festgelegt, dass Großbritannien und die USA Neutralität bezüglich des Kanals zwischen Atlantik und Pazifik wahren.

Am 04.07.1850, dem Amerikanischen Nationalfeiertag, nahm Zachary Taylors Überlieferungen zufolge unterschiedliche Lebensmittel zu sich, in deren Folge er eine Magen-Darm-Entzündung erlitt. Die Symptomatik verschlechterte sich zügig. Am 09. Juli 1850 verstarb Zachary Taylor in Washington. Demzufolge hatte er 16 Monate lang das Amt des US-Präsidenten inne. Beigesetzt wurde er auf dem Nationalfriedhof Zachary Taylor National Cemetery. Der Friedhof wurde nach ihm benannt. Später fand auch seine Frau Margaret dort ihre Grabstätte.

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