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Die Zahl der Übergriffe gegen Unterkünfte von Asylbewerbern in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. Foto: Peter Endig/Archiv

Zahl der Angriffe auf Asylbewerber-Unterkünfte vervierfacht

Volksverhetzungen und Propagandadelikte - aber auch gefährliche Brandanschläge: Bereits mehr als 800 Mal wurden dieses Jahr Flüchtlingsheime attackiert. Bundesjustizminister Maas fordert, die Täter konsequent zur Rechenschaft zu ziehen.

Wiesbaden (dpa) - Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland sind 2015 mehr als viermal so oft angegriffen worden wie im Vorjahr. Bis zum 7. Dezember verzeichneten die Ermittler 817 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte.

Für mindestens 733 Attacken seien rechtsmotivierte Täter verantwortlich. Zunächst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe über die Zahlen berichtet. Im gesamten Jahr 2014 waren laut BKA 199 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet worden, davon 177 politisch rechts motivierte.

Bei den Übergriffen handele es sich überwiegend um Sachbeschädigungen, Propagandadelikte und Volksverhetzungen, teilte eine Sprecherin des BKA mit. Allerdings sei auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Flüchtlingsunterkünfte deutlich gestiegen.

Die bisherige Höchstmarke aus dem vergangenen Jahr von 28 wurde mit bislang 130 Gewalttaten 2015 bereits deutlich überschritten, wie die BKA-Sprecherin erklärte. Zu den Gewaltdelikten zählen (bis 7. Dezember) allein 68 Brandstiftungen, 2014 waren es 6 gewesen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Bilanz erschütternd. "Es ist beschämend, wenn innerhalb eines Jahres die Zahl der Brandanschläge derart sprunghaft ansteigt", sagte er der Funke-Mediengruppe. "Notwendig ist eine eindeutige Reaktion: Die Täter müssen mit aller Kraft ermittelt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden."

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