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Die meisten Aussiedler kamen aus Russland und Kasachstan. Foto: Swen Pförtner

Zahl der Aussiedler erneut gestiegen

Der Zuzug von Deutschstämmigen aus Russland, Kasachstan und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken nimmt weiter zu. 2015 kamen rund 6000 Aussiedler, gut doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor.

Friedland (dpa) - Die Zahl der neu in die Bundesrepublik einreisenden deutschstämmigen Aussiedler ist im dritten Jahr in Folge gestiegen. Im bundesweit einzigen Aufnahmelager Friedland bei Göttingen trafen 2015 nach vorläufigen Zahlen rund 6000 Aussiedler ein.

Dies seien einige Hundert mehr als im Vorjahr und gut doppelt so viele wie 2013, sagte der Leiter der Einrichtung, Heinrich Hörnschemeyer. Deutlich höher sei die Zahl der Asylbewerber, die in diesem Jahr im Lager Friedland das Aufnahmeverfahren durchlaufen. Sie liege bei 20 000.

Die meisten Aussiedler kämen wie in den Vorjahren aus Russland und Kasachstan, sagte Hörnschemeyer. Ein kleinerer Teil stamme aus Kirgistan und der Ukraine. Die meisten hätten Verwandte in der Bundesrepublik. Im Gegensatz zu früheren Jahren müssten Aussiedler bereits im Herkunftsland in einer Prüfung nachweisen, dass sie über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Im Jahr 1990 hatte die Zahl der Aussiedler in Deutschland mit knapp 400 000 einen Rekord erreicht. Danach war sie kontinuierlich gesunken. Der Tiefstand mit etwa 1800 wurde 2012 erreicht. Seit einer Änderung des Bundesvertriebenengesetzes im Herbst 2013 steigt die Zahl wieder. Grund ist die Erleichterung des Nachzugs von Familienangehörigen.

Das Lager Friedland ist für die Aufnahme von rund 700 Menschen konzipiert. In diesem Jahr war die Einrichtung wegen der vielen Flüchtlinge teilweise vierfach überbelegt.

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