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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz.

Integrationsbeauftragte der Bundesregierung

Kinderehen in Deutschland: Özoguz gegen generelles Verbot

Berlin - In der aktuellen Diskussion um Kinderehen von jungen Migranten hat sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), gegen ein generelles Verbot ausgesprochen.

 "Ein pauschales Verbot von Ehen von Minderjährigen ist zwar vielleicht gut gemeint, kann aber im Einzelfall junge Frauen ins soziale Abseits drängen", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Werden ihre Ehen aberkannt, verlieren sie unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde das sogar eine Rückkehr in ihre Heimatländer unmöglich machen."

Mit ihrer Kritik an einem generellen Verbot stellte sich Özoguz hinter Justizminister Heiko Maas (SPD). Die Unionsfraktion im Bundestag will Eheschließungen unter 18 Jahren dagegen ohne Ausnahme verbieten - auch für deutsche Jugendliche.

Laut Ausländerzentralregister waren Ende Juli 2016 insgesamt 1475 in Deutschland lebende ausländische Minderjährige verheiratet. Die meisten davon sind Syrer, auch Afghanen und Iraker sind darunter.

Die Zahl der in Deutschland geschlossenen Ehen mit minderjährigen Partnern geht dagegen seit Jahren deutlich zurück, wie die Funke-Zeitungen unter Berufung auf das Statistische Bundesamt schrieben. Habe es im Jahr 2000 noch 1073 Eheschließungen von unter 18-Jährigen gegeben, seien es 2005 noch 377 und 2015 nur noch 92 gewesen.

"Beschämend": CSU kritisiert Özoguz

Die CSU fordert dagegen weiter ein generelles Verbot für Kinderehen in Deutschland. „Junge Mädchen gehören in die Schule - nicht vor den Traualtar“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die CSU fordere dies auch in ihrem Antrag zum politischen Islam, der an diesem Freitag auf dem Parteitag in München beschlossen werden soll.

Mit ihrer Äußerung verhindere Özoguz „aktiv die Integration in unsere Werteordnung“, betonte Scheuer. „Das Verhalten von Frau Özoguz ist beschämend und absolut unwürdig für eine Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.“ Kinderehen, die es im muslimischen Kulturkreis gibt, akzeptiere die CSU nicht. „Wir müssen ein klares Stoppschild gegen die kulturelle Dominanz des politischen Islams aufstellen. Alles andere wäre eine Selbstrelativierung unserer Werte.“

dpa/afp

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