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Zehn Tage nach einem Taliban-Anschlag in einer von Frankreich geförderten Schule in Kabul ist am Sonntag ein Kameramann an seinen Verletzungen gestorben.

Trauriger Rekord

Afghanistan: So viele zivile Opfer wie seit 2009 nicht

Kabul - Vor dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan ist die Zahl der zivilen Opfer auf den höchsten jemals gemessenen Stand gestiegen.

Im Krieg in Afghanistan sind in den ersten elf Monaten des Jahres bereits mehr Zivilisten getötet oder verletzt worden als in jedem anderen Jahr seit Beginn der UN-Erhebung 2009. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 19 Prozent, wie die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) kurz vor dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes zum Jahresende mitteilte. Bis Ende November seien 3188 tote und 6429 verletzte Zivilisten verzeichnet worden.

Unama teilte mit, die meisten Opfer seien bei Gefechten zwischen den Konfliktparteien, bei Sprengstoffanschlägen und Angriffen Aufständischer verzeichnet worden. Aufständische wie die Taliban trügen die Schuld für mindestens 75 Prozent der Toten oder Verletzten. Die Nato-geführte Internationale Afghanistantruppe Isaf ist nach eigenen Angaben für weniger als ein Prozent der zivilen Opfer in diesem Jahr verantwortlich gewesen.

Nach 13 Jahren endet der Isaf-Einsatz am 31. Dezember. Der kleinere Nato-Nachfolgeeinsatz „Resolute Support“ - an dem sich bis zu 850 Bundeswehr-Soldaten beteiligen werden - konzentriert sich offiziell auf Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte. „Resolute Support“ hat keinen Kampfauftrag mehr.

Kameramann erliegt Verletzungen

Zehn Tage nach einem Taliban-Anschlag in einer von Frankreich geförderten Schule in Kabul ist am Sonntag ein Kameramann an seinen Verletzungen gestorben. Ahmad Sobair Hatami sei bereits beigesetzt worden, berichteten Teilnehmer der Beerdigung. Ein jugendlicher Attentäter hatte am 11. Dezember einen Deutschen mit in den Tod gerissen, 19 Afghanen waren verletzt worden.

Vor dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes dauert die Gewalt in Afghanistan an. Die Polizei teilte mit, bei einem Taliban-Angriff in der nordafghanischen Provinz Dschosdschan seien sieben Polizisten und fünf Aufständische getötet worden. In der ostafghanischen Provinz Kunar seien sieben Zivilisten - darunter zwei Mädchen - bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen.

Der Polizeisprecher in der nordafghanischen Provinz Kundus, Sayed Sarwar Hussaini, sagte, Taliban-Kämpfer hätten vier tadschikische Grenzbeamte entführt. „Sie waren angeblich unbewaffnet und hatten versehentlich afghanisches Territorium betreten.“

Die USA schickten unterdessen vier afghanische Häftlinge aus dem umstrittenen Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba in ihre Heimat zurück. Eine eingehende Überprüfung habe ergeben, dass die Häftlinge kein Sicherheitsrisiko mehr für die USA darstellten, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstag mit.

Nunmehr werden noch 132 Männer in dem Lager festgehalten. US-Präsident Barack Obama will die Einrichtung schließen, ist aber bisher vor allem am massiven Widerstand der Republikaner im US-Kongress gescheitert.

dpa

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