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Im Oktober vergangenen Jahres brannte in Bautzen eine Flüchtlingsunterkunft. Weiterhin gibt es zahlreiche Angriffe von Rechtsradikalen auf Flüchtlingsheime.

Zahlen des Bundeskriminalamtes

Jeden Tag wird ein Flüchtlingsheim Ziel eines Anschlags

Seit 2015 sinkt die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland, deshalb verzeichnet das BKA auch weniger Anschläge auf deren Unterkünfte. Doch die Zahl der Straftaten ist noch immer bemerkenswert.

Wiesbaden - Seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gehen die Zahlen der Asylbewerber in Deutschland zurück. Ebenso wurden weniger Angriffe auf Flüchtlingsheime verzeichnet. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) berichtet, wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 211 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Trotz einer rückläufigen Tendenz gibt es in Deutschland im Schnitt fast jeden Tag einen Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft. 

Seit Januar blieben die Zahlen demnach weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70. Die meisten Straftaten haben einen rechtsradikalen Hintergrund. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt als vor der Flüchtlingskrise 2014. Damals waren es im gesamten Jahr nur 199 Übergriffe.

Tendenz geht deutlich zurück

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Trend deutlich rückläufig. In den ersten neun Monaten 2016 wurden mit 866 Anschläge noch mehr als vier Mal so viele Angriffe gezählt wie 2017. Im gesamten Jahr 2016 waren es insgesamt 994 Straftaten gegen Asylunterkünfte.

Im gesamten Jahr 2015 hingegen wurden zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2031 Anschläge gezählt. Dabei handelte es sich meistens um Sachbeschädigung (74), Propaganda (71) und Überfälle und Gewaltdelikte (32). Jedoch wurden auch 12 Brandstiftungen und Sprengstoffexplosionen registriert.

afp

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