Im ZEIT-Gespräch

ZDF-Chefredakteur verbannt AfD-Mann Höcke aus Talkshows - mit drastischen Worten

Björn Höcke als Gast in einer Talkshow? Wenn es nach ZDF-Chefredakteur Peter Frey geht, dann wird es das nicht mehr geben. Zudem findet er dafür drastische Worte.

  • Peter Frey ist Chefredakteur des ZDF
  • Er war bei einem moderierten Streitgespräch der ZEIT zu Gast
  • Dort sprach Frey auch über AfD-Mann Björn Höcke und fand drastische Worte

München - Allerspätestens seit den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg steht fest, dass die AfD nicht nur Protestwähler erreicht. Vor allem in Thüringen wurde der dortige Spitzenkandidat Björn Höcke mit überwältigender Mehrheit in seinem Kreis gewählt. 

Dass man Höcke laut Beschluss öffentlich als „Faschist“ bezeichnen darf, war vielen Wählern offenbar egal. Dem ZDF-Chefredakteur Peter Frey aber ganz und gar nicht. Der kündigte jetzt in einem moderierten Streitgespräch der ZEIT zwischen ihm und drei TV-Zuschauern an, Höcke nicht mehr als Gast in eine Talkshow einzuladen.    

Björn Höcke: AfD-Mann als Gast bei ZDF-Talkshow? Chefredakteur mit drastischen Worten

Auf die Frage, ob der AfD-Politiker Höcke für das ZDF noch ein möglicher Talkshow-Gast sei, sagte er eindeutig: „Nein!“ Darüber hinaus verteidigt er die Berichterstattung des ZDF über die AfD. „Bei meinem Kommentar zur Thüringenwahl habe ich gesagt: Natürlich war Protest oder das Gefühl, abgehängt zu sein, ein Motiv, AfD zu wählen“, so Frey: „Aber ich habe auch gesagt: Wer Höcke wählte, wählte bewusst rechtsextrem.“

„Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, erklärt Frey weiter: „Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen.“ Dennoch müsse man über die AfD berichten, weil sie eben im Bundesparlament sitzt. 

AfD im ZDF: Das sagt Chefredakteur Frey über die Partei

„Wir können in unserer Berichterstattung nur spiegeln, was die Parlamente hergeben“, sagte Frey: „In der letzten Legislaturperiode fehlten AfD und FDP. Das war eine Entscheidung der Wähler und hat die gesellschaftliche Debatte in der Flüchtlingskrise nicht voll widergespiegelt.“ Heute sei dies anders, denn wen man heute eine Bundestagsdebatte übertrage, „dann natürlich auch mit Rednern der AfD.“

Kürzlich sorgte der neue AfD-Chef Tino Chrupalla in einem ZDF-Interview für Aufsehen, als er von Moderator Theo Koll ins Kreuzfeuer genommen und teilweise vorgeführt wurde. 

Zum Thema AfD im Bundestag provozierte Beatrix von Storch kürzlich mit einer heftigen Geste, die aber offenbar falsch interpretiert wurde. 

mm

Rubriklistenbild: © dpa / Julian Stratenschulte

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