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Vor Millionenpublikum: ZDF-Frau Slomka konfrontiert Lauterbach mit Kritik - der gibt ein Versprechen

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Von: Patrick Mayer

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Interview im „heute journal“: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Moderatorin Marietta Slomka.
Interview im „heute journal“: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Moderatorin Marietta Slomka. © Screenshot ZDF

Direkte Fragen von Marietta Slomka: Karl Lauterbach äußert sich im „heute journal“ des ZDF zu Kritik an der Corona-Politik und am RKI. Und nicht nur das.

München/Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Twitter. Es ist eine enge Social-Media-Bindung in der Coronavirus-Pandemie. So war es schon, als der Rheinländer „nur“ Corona-Experte ohne öffentliches Regierungs-Amt war. So ist es, seit der Epidemiologe Anfang Dezember in das Ampel-Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) berufen wurde.

Karl Lauterbach im „heute journal“ (ZDF): Gesundheitsminister will weiter Corona-Mahner sein

Am Mittwochabend (22. Dezember) stellte sich der 58-Jährige vor Millionenpublikum im ZDF kritischen Fragen, nachdem die Corona-Verschärfungen beim Bund-Länder-Gipfel am Dienstag moderat geblieben waren - trotz Ausbreitung der Omikron-Variante. Im „heute journal“ konfrontierte ihn Moderatorin Marietta Slomka mit der Frage, ob er seine mahnenden Postings bei Twitter gegen Kabinettsdisziplin eingetauscht habe. „Ich werde weiterhin der Mahner und Warner bleiben, wo es angemessen ist. Ich muss aber natürlich die Probleme lösen, und darf nicht nur davor warnen“, antwortete Minister Lauterbach diplomatisch.

Ich werde weiterhin der Mahner und Warner bleiben.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)

Mehrere Medien wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) hatten am Mittwoch kritisch kommentiert, dass der Experte, dem früher keine Maßnahme zu strikt war, plötzlich einlenke. „Wir beobachten die Omikron-Lage sehr genau. Man muss befürchten, dass sich die Omikron-Variante schnell verbreitet“, erklärte der Sozialdemokrat nun im ZDF. Die Booster-Impfung-Kampagne gehe „jeden Tag weiter“. Und für die beim Corona-Gipfeln besprochenen Regeln für Deutschland hätten die Gesprächspartner „den Ländern eine Deadline gegeben, den 28. Dezember. Die Länder sind in der Pflicht“.

Karl Lauterbach im „heute journal“ (ZDF): Gesundheitsminister bereitet vierte Corona-Impfung vor

Damit nicht genug. Der Bundesgesundheitsminister richtete im „heute journal“ auch eine Bitte an die Bürger. „Die Maßnahme, die jetzt besonders wichtig ist, ist, wie wir das Weihnachtsfest verbringt“, sagte er und riet zu eigenverantwortlichen Schnelltests, gerade vor Reisen. Lauterbach: „Da appelliere ich an die Bürger, das muss jetzt geschehen.“

Zum jüngsten Kommunikations-Missverständnis mit dem Robert-Koch-Institut (RKI), das zum Geschäftsbereich seines Ministeriums gehört, meinte er: „Da darf man keinen künstlichen Widerspruch konstruieren. Der Expertenrat hat sehr gute Vorschläge gemacht. Wir haben ja gesagt, dass wir Wissenschaftler stärker einbinden wollen. Wir haben ein gutes Miteinander, tauschen uns aus. Bei mir im Haus wird es keine Zensur wissenschaftlicher Schriften geben. Womöglich war der Zeitpunkt für den Vorschlag gestern nicht optimal. Aber auch diese Vorschläge werden ausgewertet.“ Das RKI hatte am Vortag in der Diskussion über einen möglichen Corona-Lockdown wegen Omikron „maximale Kontaktbeschränkungen“ gefordert - offenbar unabgestimmt mit dem Minister.

Im Video: Corona - Lauterbach will Booster-Impfungen über Weihnachten vorantreiben

„Politik muss entscheiden, was gemacht werden muss“, sagte Lauterbach nun und kündigte wegen der Omikron-Welle an: „Wir werden eine vierte Impfung brauchen. Das ist jetzt schon absehbar. Weil wir wahrscheinlich eine spezifische Varianten-Impfung gegen Omikron benötigen. Dafür haben wir schon 80 Millionen Impfdosen bei BionTech bestellt. Und wir werden auch von Moderna entsprechende Impfstoffmengen beschaffen. Vielleicht auch von anderen Herstellern. Ich gehe somit von einer vierten Impfung aus.“ (pm)

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