+
ZDF-Intendant Thomas Bellut: „Ein Zuviel kann ich in keiner Weise feststellen.“

Vorwurf zurückgewiesen

ZDF-Intendant: AfD war nicht über Gebühr vertreten

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat den Vorwurf nach zu starker Berichterstattung über die AfD zurückgewiesen. Diesen hatte zuvor CSU-Spitzenkandidat Hermann geäußert.

Mainz - „Ein Zuviel kann ich in keiner Weise feststellen“, sagte Bellut am Freitag in Mainz. „Sie war vertreten, und das muss auch so sein.“ Es sei die Pflicht gewesen, alle relevanten Parteien - ob im Bundestag oder noch nicht - zu berücksichtigen. „Wir sind kein Medium, das Meinungen verteidigt, sondern wir geben Meinungen eine Plattform.“ In der politischen Talkshow des ZDF („Maybrit Illner“) seien von 400 Gesprächspartnern zwischen Anfang 2016 und September 2017 elf Mitglieder der AfD oder der Partei Nahestehende zu Gast gewesen.

CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann hatte am Sonntag in der „Berliner Runde“ gesagt, es müsse darüber diskutiert werden, in welchem Ausmaß ARD und ZDF dazu beigetragen hätten, die AfD großzumachen.

Das ZDF will das TV-Duell zwischen Kanzler und Herausforderer nicht mehr in der jetzigen Form fortsetzen. „Wir würden uns freuen, wenn es beim nächsten Mal in vier Jahren ein öffentlich-rechtliches Duell gäbe“, sagte Bellut. „Das würde auch der Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Sender entsprechen.“ Das Zusammenspiel der vier Moderatoren sei problematisch gewesen. Für das ZDF hatte Maybrit Illner moderiert.

Im diesjährigen TV-Duell waren Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Martin Schulz (SPD) von den vier Moderatoren (ARD, ZDF, RTL, Sat.1) zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden, andere Themen wurden nicht oder nur kurz thematisiert.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brexit: Gigantischer Protestzug in London - May „nicht mehr haltbar“?
Eine Demo gegen den Brexit in London ist offenbar zu „einer der größtem Protestmärsche in der Geschichte Großbritanniens“ geworden. Alle Brexit-News im Ticker.
Brexit: Gigantischer Protestzug in London - May „nicht mehr haltbar“?
„Wahlwerbung für Rechtspopulisten“: JU-Chef rechnet mit Merkel ab - und erntet Zorn aus eigener Partei
Der neue JU-Chef Tilman Kuban will das Profil der CDU schärfen - und schießt dabei übers Ziel hinaus. Sein Zitat von der „Gleichschaltung“ in der Partei sorgt für Zoff.
„Wahlwerbung für Rechtspopulisten“: JU-Chef rechnet mit Merkel ab - und erntet Zorn aus eigener Partei
Zehntausende bei "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich
Erneut haben Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung in Paris und anderen französischen Städten demonstriert. In der Vorwoche war es vor allem in der Hauptstadt zu schweren …
Zehntausende bei "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich
Zehntausende wegen „Artikel 13“ auf der Straße - in München kommen die meisten
Es geht um Uploadfilter - in den Augen der Kritiker aber auch um das Internet. In ganz Deutschland sind am Samstag zehntausende Menschen gegen „Artikel 13“ auf die …
Zehntausende wegen „Artikel 13“ auf der Straße - in München kommen die meisten

Kommentare