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Wutrede einer 78-Jährigen bei Lanz: „Ruchloser, intriganter“ Söder, Grünen-Sprecherin „kann nicht sprechen“

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Von: Felix Durach

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Die Schriftstellerin Elke Heidenreich bei einem Auftritt in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“.
Elke Heidenreich nutzte ihren Auftritt bei Markus Lanz, um zum Rundumschlag auszuholen. © Screenshot: ZDF Mediathek/Markus Lanz

Bei ihrem Auftritt bei „Markus Lanz“ im ZDF teilte die Schriftstellerin Elke Heidenreich ordentlich aus. Vor allem auch gegen Sarah-Lee Heinrich und Markus Söder.

Berlin - Am Dienstagabend ging es im ZDF bei Markus Lanz ordentlich zur Sache. Der Talk-Show-Host hatte sich den Grünen-Politiker Jürgen Trittin, den Berliner CDU-Landesvorsitzenden Kai Wegner sowie den österreichischen Journalisten Florian Klenk in die Sendung eingeladen, um über tagesaktuelle Themen und Aufreger zu diskutieren. Trotz der erfahrenen Gäste stand jedoch vor allem eine Frau immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion: die Schriftstellerin Elke Heidenreich.

Die 78-Jährige nutzte ihren Lanz-Auftritt, um zu einem verbalen Rundumschlag gegen die deutsche Parteienlandschaft auszuholen und sich in diversen gesellschaftlichen Diskussionen unverblümt zu positionieren. So äußerte sich Heidenreich mit besonders klaren Worten zur Causa Sarah-Lee Heinrich. Die 20-jährige Sprecherin der Grünen Jugend sorgte nach ihre Wahl für Aufsehen, nachdem mehrere Tweets veröffentlicht wurden, die Heinrich im Alter von 13 bis 14 Jahren geschrieben hatte. Unter anderem hatte sie „Heil“ unter einen Tweet mit einem Hakenkreuz gepostet.

Markus Lanz (ZDF): Heidenreich teilt gegen Sarah-Lee Heinrich aus - „Kann überhaupt nicht sprechen“

„Sie hat überhaupt keine Sprache, kann überhaupt nicht sprechen. Das sind wieder Kinder die nicht lesen. Das ist diese Generation, von der ich immer wieder merke, wie sprachlos sie ist, wie unfähig mit Worten umzugehen“, leitet die Schriftstellerin ihren Kommentar zu Heinrichs Person ein. „Ich habe das Gefühl, dass das ein Mädchen ist, was nicht genug nachdenkt. Sie ist Sprecherin der Grünen Jugend, aber sie kann ja gar nicht sprechen. Sie muss ja erstmal lernen zu formulieren. Und das macht mich skeptisch. Dass man erstmal sagt, Hauptsache divers, Hauptsache Migrationshintergrund, Hauptsache Quote. Das ist eben der falsche Weg“, urteilt Heidenreich, die in Heinrichs Wahl offenbar nur die Erfüllung einer Quote zu sehen scheint.

Heidenreich bei Markus Lanz (ZDF): Abrechnung mit der Union - „Philipp Amthor – ist das eure neue Jugend?

Ebenso klare Worte findet Heidenreich jedoch auch über die Union, der sie eine knallharte Abrechnung vorlegt. „Das Grundprogramm der CDU ist anscheinend – so sehe ich das als Beobachterin von außen – nur noch Machterhalt. Ich sehe überhaupt kein Programm mehr, ich sehe gar nicht, wo sie hinwollen. Das ist Machterhalt und Sie, Herr Wegner, reden von modernen Konservatismus. Was soll das denn sein? Seid doch konservativ, das ist doch okay. Was ist denn das plötzlich für ein Modernisierungswahn“, kritisiert die 78-Jährige und wundert sich über die Personalentscheidungen der CDU.

Es seien immer wieder dieselben alten Köpfe wie Norbert Röttgen oder Friedrich Merz, welche die Modernisierung der Partei vorantreiben sollen. „Philipp Amthor – ist das eure neue Jugend? Ich kann das gar nicht verstehen, was in dieser Partei im Moment eigentlich passiert. Philipp Amthor ist jetzt schon älter als ich und ich bin 80. Also das gibt‘s doch gar nicht. Wo ist denn die Jugend? Wo sind die Frauen?“, schießt die Schriftstellerin scharf in Richtung der Christdemokraten.

Heidenreich attackiert Söder: „Dieser ruchlose Mensch, der so intrigant gehandelt hat“

Und auch zu Markus Söder, den die 78-Jährige als Hauptproblem innerhalb der Unionsparteien sieht, findet Heidenreich deutliche Worte. „Wenn die Hälfte der Partei sagt, sie hätte lieber einen Kanzler Söder. Dieser ruchlose Mensch, der so intrigant jetzt gerade gehandelt hat. Wie kann eine Partei daran immer noch festhalten? Wie will sie wieder Fuß fassen, wenn solche Leute immer noch das Sagen haben und wenn dem nicht mal Einhalt geboten wird? Das strotzt nur so von Intrigen und Bösartigkeit“, so Heidenreich über den CSU-Chef.

Zum Abschluss der Sendung nutze die Schriftstellerin noch einmal die Möglichkeit, um sich öffentlich über das Thema Gendern zu echauffieren. „Das Gendern ist für mich völlig unsinnig“, sagt Heidenreich und redet sich anschließend erneut in Rage: „Herrje, jeder will unbedingt in jedem Satz beachtet und mit einbezogen sein. Eine einbeinige chinesische Taubstumme mit Migrationshintergrund. Was kommt noch alles? Ich möchte, dass wir wieder zu einer Art Normalität zurückkehren“, wütet die 78-Jährige.

Markus Lanz (ZDF): Gemischte Reaktionen auf Heidenreichs Rundumschlag

Aussagen, die in den sozialen Netzwerken auf gemischte Reaktionen stoßen. „Ach Elke Heidenreich. Du bist immer noch spitzfindig, schlau und witzig“, kommentiert eine Userin auf Twitter den Auftritt der 78-Jährige. „Elke Heidenreich ist anscheinend der älteste weiße Mann, den ich kenne“, scherzt ein weiterer Nutzer über die konservativen Aussagen der Schriftstellerin. „Das Problem ist nicht die (exzellente) Sprache von Sarah-Lee Heinrich. Das Problem ist, dass Leute wie Elke Heidenreich einfach nicht zuhören können“, lautet das Urteil einer weiteren Nutzerin über Heidenreichs Auftritt bei Lanz.

Polarisiert hat die Schriftstellerin mit ihrem Auftritt alle mal. Am Mittwochvormittag rangierte der Hashtag #ElkeHeidenreich auf Platz eins der deutschlandweiten Twitter-Trends. (fd)

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