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Oskar Lafontaine sprach bei Lanz die DDR-Vergangenheit der Kanzlerin an.

ZDF-Talk über die DDR

Lafontaine schießt gegen Merkel - bis es zwischen ihm und Markus Lanz knallt

Im Gespräch mit Oskar Lafontaine kommt bei Markus Lanz die DDR-Vergangenheit von Angela Merkel auf die Agenda. Der ZDF-Moderator nimmt die Kanzlerin in Schutz.

  • In der Folge von Markus Lanz am 7. November war unter anderem Oskar Lafontaine zu Gast.
  • Der ehemalige Parteichef der Linken kritisiert Angela Merkel scharf.
  • Markus Lanz positioniert sich im ZDF klar - und nimmt die CDU-Politikerin in Schutz.

Hamburg - Bei Markus Lanz am Donnerstag (7. November) war unter anderem Oskar Lafontaine zu Gast, der sich klar zu Bundeskanzlerin Angela Merkel positionierte. Daraufhin hagelte es Vorwürfe vom ZDF-Moderator - bis sich Markus Lanz gar hinter die Kanzlerin stellte.

Markus Lanz im ZDF: Wahl in Thüringen und Aufarbeitung der SED-Vergangenheit 

Die Wahl in Thüringen war in der aktuellen Sendung von Markus Lanz selbstverständlich Thema. Oskar Lafontaine, der viele Jahrzehnte Vorsitzender der SPD war und später Parteichef der Linken, beobachtet die Entwicklung mit Sorge - vor allem in Hinblick auf die AfD. 

Laut Oskar Lafontaine habe die „Mitte“ regiert, aber versagt und daher an Vertrauen verloren. Sein Urteil fällt drastisch aus: „Die selbsternannte Mitte ist irre geworden“ lautet eine Aussage des gebürtigen Saarländers. Laut ihm verstehen diese Mitte nicht, was die „Menschen mit dem Stimmzettel ausdrücken wollen“. Akute Probleme sind für Lafontaine das Auseinanderklaffen der Einkommen, die Altersarmut und die Auswirkungen nach dem Hartz-IV-Urteil. Auch der Komiker Hape Kerkeling übrigens kritisierte die deutsche Politik gerade scharf.

Vorwurf gegen Linke bei Markus Lanz: Oskar Lafontaine verteidigt Aufarbeitung der Vergangenheit

Die Autorin Ines Geipel, die in der ZDF-Show mit Markus Lanz ebenfalls anwesend war, warf der Linken vor, dass sie ihre Vergangenheit als SED-Nachfolgepartei nicht aufgearbeitet hätten. Ein Thema, das vor allem zum 30. Jubiläum des Mauerfalls wieder aktuell ist. Als der ehemalige Kanzlerkandidat die Meinung vertritt, dass genau diese Aufarbeitung der Vergangenheit stattgefunden habe, attackiert ihn Geipel: „Da ist die Linke selbst unglaubwürdig“, attestiert die Autorin.

Oskar Lafontaine wird Kurzsichtigkeit vorgeworfen - Markus Lanz spricht über Angela Merkel

Auch Markus Lanz kommt zu einem ähnlichen Urteil und wirft der Linkspartei vor, die Vergangenheit nicht aufgearbeitet zu haben - auch, weil Oskar Lafontaine beste Beziehungen zu Erich Honecker hatte. Was das angeht, sei der Politiker auf dem linken „Auge kurzsichtiger gewesen als auf dem anderen“, meint Lanz. Im Anschluss lenkt der ZDF-Talkmaster das Gespräch in Richtung Angela Merkel.

„Sie sind einer, der immer sehr hart mit Angela Merkel beispielsweise ins Gericht gegangen ist“, führt Markus Lanz seine Erklärung an. „Sie haben sich sogar verstiegen, dazu zu sagen ‚Ihr habt da eigentlich eine Jung-Kommunistin zur Kanzlerin gewählt‘. Sie haben ihr vorgeworfen, das FDJ-Hemdchen getragen zu haben.“ Für den ZDF-Moderator sei das bei Anblick der Geschichte der Bundeskanzlerin ein ziemlich „harter Vorwurf“. Angela Merkel selbst hatte sich kürzlich als Ostdeutsche in einem Interview positioniert.

Video: Darum trägt Markus Lanz immer die gleichen Anzüge

ZDF-Talkshow: Markus Lanz stellt sich gegenüber Oskar Lafontaine hinter Kanzlerin Merkel

Als Oskar Lafontaine zur Verteidigung ansetzt und über die Rolle der Kanzlerin in der FDJ spricht, unterbricht Lanz erneut: „Ich will nur sagen: Was auffällt ist, mit anderen gehen sie da deutlich weniger hart ins Gericht.“

Laut Oskar Lafontaine habe Merkel im Jugendverband der DDR eine „leitende Funktion“ innegehabt. Die Kanzlerin selbst sagt, sie habe als Kultursekretärin gearbeitet. Auch der ZDF-Moderator erinnert daran und verteidigt damit erneut die Bundeskanzlerin. Oskar Lafontaine bleibt seiner Linie aber treu.

Oskar Lafontaine sieht sich falschen Behauptungen ausgesetzt, woraufhin sich Markus Lanz empört: „Es ist nicht in Ordnung, mir jetzt vorzuwerfen, dass ich mit falschen Vorwürfen komme. Sie haben das ja bestätigt, was ich sage“, äußert er sich.

30 Jahre Mauerfall: Die Linke und der „Unrechtsstaat“ DDR?

Laut Oskar Lafontaine sei die Verarbeitung der Vergangenheit abgeschlossen. Auch in der Sendung selbst lässt er sich nicht dazu verleiten, die DDR in die Ecke des „Unrechtsstaats“ drängen zu lassen und geht noch weiter: Mit dieser Frage wolle sich der Ehemann von Sahra Wagenknecht nicht mehr beschäftigen. Die USA seien ein Unrechtsstaat schließt er ab.

Kurz vor dem CDU-Parteitag will Markus Lanz in seinem ZDF-Talk von Generalsekretär Paul Ziemiak wissen, wie es um die Parteiführung steht. Dabei wird Ziemiak in die Mangel genommen. Welt-Journalistin Claudia Kade schimpft: „Langsam nervt‘s!“ Schließlich rutscht Ziemiak dann doch noch ein Detail zum Machtkampf von Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer heraus.   

jw

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Kommentare

GutmenschAntwort
(0)(0)

Genau, so wird es sein...

GutmenschAntwort
(0)(1)

Diesen "Titel" hatte sie nie.

SokratesMIAntwort
(0)(0)

Und deswegen hat er sich seit damals - auch nachdem die "anderen" weg waren - so schön rausgehalten? Tolle Begründung...
Genau wie Merz - nur halt von einer anderen Partei. Jetzt braucht man weder den Einen, noch den Anderen. Diese "Nachtreter" sind noch schlimmer, als jene, die uns den aktuellen Salat eingebrockt haben.