Markus Lanz und seine Gäste
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In seiner Talkshow nahm Markus Lanz den Epidemiologen und SPD-Politiker Karl Lauterbach in Schutz.

ZDF-Talkshow

Gast geht auf Lauterbach los, da muss Markus Lanz einschreiten: „Nur weil jemand versucht ...“

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Am Mittwoch (24.02.) wurde Lauterbach erneut in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ Zielscheibe von Fragen und Vorwürfen. Der Moderator nahm ihn entschieden in Schutz.

Hamburg - In der Sendung von Markus Lanz am Mittwoch wurde heftig über die Corona-Pandemie und die Frage diskutiert, wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Im Laufe der ZDF-Talkshow wurde besonders Karl Lauterbach wieder zur Zielscheibe von Vorwürfen. Der Epidemiologe und SPD-Politiker war dementsprechend besonders damit beschäftigt, verschiedene Klagen durch Erklärungen zu kontextualisieren und zu rechtfertigen.

In der Talkshow diskutierten neben Karl Lauterbach die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx, der Autor und Jurist Heribert Prantl und die Pandemiebeauftragte des Landkreises Tübingen, Lisa Federle. Während Alena Buyx als „Schanier“ zwischen verschiedenen Positionen vermittelte, wurde Karl Lauterbach besonders von Lisa Federle und Heribert Prantl scharf kritisiert.

Lauterbach in der Kritik: Er nehme den Menschen die Hoffnung

Heribert Prantl bemängelte die Corona-Strategie, die enormen Eingriffe in die Grundrechte und die vermeintliche Untätigkeit des Parlaments. Lautstark prangerte er an, dass das Parlament „den Löffel an die Exekutive“ abgegeben hätte. „Ich hätte mir doch gewünscht, dass das Parlament den Mund aufmacht“, so Prantl. Lauterbach erläuterte sachlich, dass das Parlament jederzeit die Führungsgewalt der Regierung wieder aufheben könne. Dies sei bisher aber nicht geschehen, weil die Mehrheit des Parlaments mit der Corona-Politik der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten zufrieden sei.

Darüber hinaus warf er dem Epidemiologen vor, dass er den Menschen den Optimismus nehme. Das empfand Lauterbach als ungerecht und verteidigte sich mit den Worten: „Wenn ich ein Problem benenne, schlage ich immer auch eine Lösung vor.“ Derselbe Vorwurf wurde gegen Ende der Sendung erneut von der Ärztin Lisa Federle gemacht.

Video: Karl Lauterbach warnt eindringlich vor zu rascher Öffnung

Lanz verteidigt Lauterbach: Er sei einer der ersten gewesen, die die Pandemie richtig eingeschätzt haben

Sie betonte dabei, dass Ärzte ihren Patienten auch im ernsthaften Krankheitsfall - wie einer Krebserkrankung - Hoffnung geben müssten. Dies sei essenziell, um Patienten und im Falle der Pandemie die Bürger Deutschlands zu motivieren, bei den notwendigen Maßnahmen mitzumachen. Moderator Maurkus Lanz nahm den SPD-Gesundheitsexperten daraufhin in einem bemerkenswert langen Redebeitrag in Schutz.

Seiner Meinung nach sei es Aufgabe eines guten Arztes, den Patienten ein realistisches Bild der Lage zu geben. Genau dies mache Karl Lauterbach. Falsche Hoffnungen zu geben, sei Lanz zufolge der falsche Weg. Dabei erinnerte er daran, dass Lauterbach einer der ersten Epidemiologen gewesen sei, der die Entwicklung der Pandemie richtig eingeschätzt habe. Dabei verwies er auf eine frühe Sendung zur Corona-Pandemie, in der mehrere Epidemiologen und Virologen eingeladen gewesen seien.

Lanz: „Nur weil jemand versucht, ehrlich zu sein, heißt das nicht, dass wir ihn bei jeder Gelegenheit dafür langmachen sollten“

Karl Lauterbach sei in der Runde der einzige gewesen, der gesagt habe, dass das Coronavirus „ein Problem werden wird“. Viele seiner Kollegen hätten zu dem Zeitpunkt nicht an eine so rasante Ausbreitung des Virus geglaubt. Daher mahnte Lanz: „Nur weil jemand versucht, ehrlich zu sein, heißt das nicht, dass wir ihn bei jeder Gelegenheit dafür langmachen sollten.“ Ganz nach dem Kredo „Der Überbringer der schlechten Nachricht kann nichts für diese“, verteidigte er seinen Dauergast Lauterbach, der ihm dies mit einem Lächeln dankte. (at)

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