ZDF-Moderator wird emotional

Markus Lanz reagiert bei emotionalem Thema harsch - und fährt seinen Gast scharf an

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In seiner gleichnamigen Sendung wurde Markus Lanz emotional und unterbrach die FDP-Politikerin Nicola Beer beim Thema Organspende. „Das tut mir ... “

  • Im gleichnamigen ZDF-Talk am Dienstagabend ist Markus Lanz emotional geworden.
  • Als FDP-Politikerin Nicola Beer über Organspende spricht, fällt Lanz ihr harsch ins Wort: „Das tut mir ... “ 
  • Auch SPD-Politiker Karamba Diaby und Seenotretter Claus-Peter Reisch äußerten sich zur Abstimmung des Bundestags. 

Mainz - In seiner Sendung hat Markus Lanz die FDP-Politikerin Nicola Beer harsch unterbrochen. Beim Thema Organspende reagierte der ZDF-Moderator emotional und warf ihr vor, dass sie ständig Deutschland mit Bulgarien vergleichen würde. Neben der FDP-Politikerin, die auch Vizepräsidentin des Europäischen Rates ist, war auch Chantal Bausch zu Gast. Die 27-jährige Studentin besitzt seit ihrem zwölften Lebensjahr ein Spenderherz

Markus Lanz/ZDF: Thema Organspende - „Eine sehr intensive Sendung“

Schon zu Beginn der Sendung begrüßte Markus Lanz die Zuschauer und sagte, dass es „eine sehr intensive Sendung zu werden verspricht“. Vor kurzem hatte der Bundestag zum Thema Organspende eine Abstimmung vorgenommen. Dabei ging es um eine Zuspruchs- oder Widerspruchslösung. 

Eben diese Abstimmung war Teil der Sendung im ZDF. Der Bundestag hatte gegen die „doppelte Widerpruchslösung" gestimmt, was Markus Lanz nicht nachvollziehen konnte. Er offenbarte, dass er selbst seit vielen Jahren Organspender sei und ihm die Überlegung des Bundestags, in Arztpraxen oder beim Einwohnermeldeamt für den Organspendeausweis zu werben, nicht einleuchten würden. 

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ZDF-Talk „Markus Lanz“: Organspende - Mehrheit der Bevölkerung für Widerspruchslösung gewesen?

Nicola Beer hingegen ist der Meinung, dass der Staat sich nicht anmaßen kann, „über den Körper eines Menschen zu verfügen“ und war deshalb bei der Abstimmung gegen die Widerspruchslösung. Außerdem verglich die Politikerin Deutschland immer wieder mit Bulgarien, da auch dort die Widerspruchslösung herrscht und dennoch wenig Organe gespendet werden. Das passte Markus Lanz gar nicht: „Aber Frau Beer, wir können uns nicht immer mit Bulgarien vergleichen“, fiel er ihr ins Wort. 

Als Nicola Beer weiterreden wollte sagte Lanz bestimmt: „Das tut mir wirklich leid, nein!“. In Bulgarien seien die Krankenhäuser nicht in der Lage Transplantationen durchzuführen. „Aber daraus abzuleiten, dass die Bulgaren nicht spendenbereit wären, finde ich ein bisschen steil“, fuhr er Nicola Beer an. Vor allem aber den Sinn, dass die Organe aus Ländern bezogen werden, in denen es die Widerspruchslösung gibt, sehe der Moderator nicht. 

Nicht bei allen kam Markus Lanz‘ Meinung gut an. Auf Twitter äußerten sich einige User kritisch gegenüber seiner Art, sich diesem Thema zu widmen. 

Markus Lanz im ZDF: Meinungen zu Organspende - das sagen Karamba Diaby und Claus-Peter Reisch

Neben Chantal Bausch und Nicola Beer waren auch der Politiker Karamba Diaby sowie Seenotretter Claus-Peter Reisch in der Sendung zu Gast. Der SPD-Politiker stimmte erst für die „doppelten Widerspruchslösung“, als diese jedoch abgelehnt wurde gab er seine Stimme der „erweiterten Zustimmungslösung“. Wie er sagt, „damit es zu einer Entscheidung kommt“. 

Claus-Peter Reisch ist der Meinung, „es muss Punkte im Leben geben, wo man danach gefragt wird“. Seines Erachtens muss mehr auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht werden. Er könne sich eine Beratung zum Beispiel beim Einwohnermeldeamt gut vorstellen. 

ZDF/Markus Lanz: Leben und Tod sind auch ein Thema bei der Seenotrettung von Claus-Peter Reisch

Der Seenotretter, der für die Mission „Lifeline“ tätig war, beschäftigt sich viel mit dem Thema Leben und Tod. Bei seinen Rettungsaktionen* habe er immer wieder Flüchtlingsboote gesucht, die dann nicht gefunden wurden. Er vermutet, dass die Passagiere ertrunken seien. Auch seine ehemalige Organisation kam zur Sprache. 

Von dieser distanzierte sich Claus-Peter Reisch, da ihm die Aussagen und Handlungen „zu linksradikal“ geworden sind. Bezogen hat er sich dabei auf die Aussage der Mission „Lifeline“ gegen den österreichischen Politiker Sebastian Kurz. Dieser hatte sich gegen die private Seenotrettung ausgesprochen, woraufhin er als „Baby-Hitler“ bezeichnet wurde. „Ich halte mich von jeglicher Radikalität fern“, vertrat Reisch seinen Standpunkt. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF-Mediathek

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