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Etikettenschwindel bei Maybrit Illner.

Polit-Talk im ZDF

Etikettenschwindel bei „Maybrit Illner“: Maaßen und Seehofer im Kreuzfeuer 

Personaldebatten satt im Polit-Talk: Statt wie angekündigt über die innere Sicherheit lässt Maybrit Illner über die Zukunft von Hans-Georg Maaßen und Horst Seehofer diskutieren. Ein Teilnehmer steht ganz alleine da.

München - Ein echter Etikettenschwindel war es, den das Team von Maybrit Illner seinen Zuschauern am Donnerstag präsentierte. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen war omnipräsent, und doch selbst gar nicht anwesend: Unter der Frage „Innere Unsicherheit - schützt unser Staat die Demokratie?“ sollte die Runde bei Maybrit Illner im ZDF diskutieren, doch schnell entwickelte sich die Debatte zur Kontroverse rund um die Zukunft der Person Maaßen. 

Gleich zu Beginn zeigte ein Einspielfilm der Redaktion gebündelt die Verschwörungsvorwürfe gegen Maaßen. Der hatte, ohne selbst Belege vorlegen zu können, vergangene Woche die Echtheit von im Internet kursierenden Videos zu den Ausschreitungen in Chemnitz angezweifelt und über eine gezielte Falschinformation spekuliert.

Maybrit Illner: Weiter Streit um Begriff „Hetzjagd“ 

Im Anschluss an den Einspieler hatte Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) die Gelegenheit, die von der SPD am Mittag geäußerten Forderungen nach dem Rücktritt von Maaßen zu bekräftigen. Der habe die Verschwörungstheorien der rechten Szene angefüttert und sich damit insbesondere gegenüber dem Bundeskanzleramt illoyal gezeigt. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuvor die von ihm als „Hetzjagden“ bezeichneten Angriffe von Rechtsextremen gegen unter anderem Politiker und Migranten verurteilt.

Unterstützung erfuhr Oppermann in der Runde von fast allen Seiten, nur der Unionspolitiker Philipp Amthor verteidigte Maaßen gegen die Kritik und schoss zurück: „Viele hier versuchen jetzt, eine politische Rechnung mit ihm scheinbar zu begleichen.“ Maaßen habe selbst festgestellt, dass sein Interview „in der Kommunikation sicherlich keine Meisterleistung“ gewesen sei, er habe aber für Amthor dennoch aus lauteren Motiven gehandelt. 

Oppermann bei Illner: „Schwer erträgliche Situation für innere Sicherheit“

Dem entgegen hielt Irene Mihalic, die innenpolitische Sprecherin der Grünen, „dass Herr Maaßen Profi genug ist, um sich nicht missverständlich auszudrücken“. Die Äußerungen im Bild-Interview gehörten nicht zur Aufgabe eines Verfassungsschützers. Auch daher rührt der Umstand, dass Maaßen nicht mehr das Vertrauen einer Regierungspartei hat - der SPD. Das sei eine „schwer erträgliche Situation für die innere Sicherheit dieses Landes“, bilanzierte Oppermann. 

Damit schaffte er tatsächlich kurz einen Anschnitt auf das eigentliche Thema des Abends. Dies blieb jedoch ein kurzer Moment, so wie die Analysen der Journalisten Olaf Sundermeyer und Antonie Rietzschel, die von den Ausschreitungen in Chemnitz und Köthen berichteten. An die Debatte um Maaßen schloss sich schließlich noch ein weiterer Personalstreit mit an: Als „Zumutung“ und „Fehlbesetzung“ bezeichnete Oppermann Innenminister Horst „Seehofer“.

Verpasste Chance bei Maybrit Illner

Seehofer wird vorgeworfen, sich von den Rechtsextremen, die an den Demonstrationen in Chemnitz teilgenommen und unter anderem den Hitlergruß zeigten, nicht ausreichend distanziert zu haben. „Ich bin froh, wenn diese Personaldebatte vorbei ist“, warf Sundermeyer zwischendurch ein, „damit wir uns auf das eigentliche Problem konzentrieren können“. Eine Chance dazu wurde bei Maybrit Illner verpasst. 

chp

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