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20 Jahre nach Attentat

Zehntausende Israelis bei Gedenkveranstaltung für ermordeten Rabin

Tel Aviv - Zehntausende Menschen haben in Tel Aviv des vor 20 Jahren ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin gedacht. Zu Gast war auch der frühere US-Präsident Bill Clinton.

Seit dem Tod von Friedensnobelpreisträger Izchak Rabin sind 20 Jahre vergangen. Inzwischen scheint die Vision des einstigen israelischen Ministerpräsidenten von Frieden mit den Palästinensern in weite Ferne gerückt. Einer setzt dennoch auf das Prinzip Hoffnung.

Die vorwiegend zum linken und gemäßigten Lager gehörenden Teilnehmer hielten in der Nacht zum Sonntag Schilder in die Höhe, auf denen etwa „Keine Sicherheit ohne politische Lösung“ und „Wir kämpfen für Demokratie“ stand. Der frühere US-Präsident Bill Clinton trat bei der Gedenkveranstaltung auf und appellierte an Israelis und Palästinenser, den stagnierenden Friedensprozess trotz der zuletzt wieder eskalierten Gewalt zwischen beiden Seiten zu unterstützen.

Rabin habe „sein Leben geopfert, damit ihr in Frieden leben könnt“, sagte Clinton vor den Versammlungsteilnehmern, deren Zahl die Veranstalter auf rund 100 000 schätzten. Der Mord an dem israelischen Regierungschef sei der schlimmste Tag seiner achtjährigen Amtszeit gewesen.

Bei einer neuen Welle palästinensischer Anschläge sowie Konfrontationen sind seit Anfang September zehn Israelis und mehr als 70 Palästinenser getötet worden. Bei einer neuen Messerattacke in Hebron wurde am Sonntag der palästinensische Angreifer von Soldaten erschossen.

US-Präsident Barack Obama sagte in einer Videobotschaft zu Rabins Todestag, Frieden in Nahost sei „notwendig, gerecht und möglich“. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin betonte, das Land werde sich niemals von Extremisten einschüchtern lassen.

Der jüdische Fanatiker Jigal Amir hatte den damaligen Regierungschef Rabin am 4. November 1995 unmittelbar nach einer riesigen Friedenskundgebung in Tel Aviv erschossen. Mit der Tat wollte er weitere Gebietsabtritte an die Palästinenser verhindern. Amir verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Rivlin betonte zuletzt, er werde den Attentäter niemals begnadigen.

dpa

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