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Bayerns ehemaliger Vize-Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) rechnet ungewöhnlich scharf mit der Energiepolitik seines früheren Regierungspartners Horst Seehofer ab.

"Zickzack-Kurs"

Zeil greift Seehofer im Energie-Streit scharf an

München - Bayerns ehemaliger Vize-Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) rechnet ungewöhnlich scharf mit der Energiepolitik seines früheren Regierungspartners Horst Seehofer ab.

Zeil wirft der Staatsregierung vor, aus Populismus Bayerns Zukunft zu gefährden. „Auch auf Landesebene herrscht ein aberwitziger Zickzack-Kurs, auf nichts mehr scheint Verlass zu sein“, sagte Zeil dem Münchner Merkur (Samstagsausgabe).

Zeil klagte, die Ausstiegsbeschlüsse vom Juli 2011 auf Bundesebene seien „von politischer Panik und Taktik bestimmt“ gewesen. Die Fixierung auf ein willkürliches Ausstiegsdatum für die Kernenergie ohne Finanzierungskonzept sei der wahre Grund für die heutige Misere. Noch immer sei das Konzept der Großen Koalition zur EEG-Reform halbherzig. "Wer die Stromtrassen, den maßvollen Ausbau der Windenergie und der Wasserkraft torpediert, wie die CSU derzeit aus rein populistischen Gründen, bei der Windkraft sogar mit der Bundes-SPD als Hilfsmotor, der versündigt sich an der Zukunft unseres Landes und seiner Menschen.“

Die CSU-Staatsregierung agiere „aktionistisch, planlos und in durchsichtiger Weise wahltaktisch“, sagte Zeil. Seehofers „Koalition mit dem Bürger“ sei nur ein Vorwand, um den unbequemen Folgen der Energiewende auszuweichen. Zeil spricht sich nicht explizit für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke aus, sagte aber: „Deutschland steht mit seiner Art des Ausstiegs weltweit allein und isoliert da.“

cd

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