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Schwierige Verhandlungen in Brüssel über den Rettungsplan für Zypern: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich vor der Presse.

Dreht die EU den Geldhahn zu?

Die Zeit wird knapp für Zypern

Nikosia - Die Verhandlungen über einen Rettungsplan ziehen sich weiter. Präsident Anastasiades wirbt in Brüssel um Unterstützung für sein Land, bevor die EZB am Montag womöglich die Zahlungen einstellt.

Nach einer Woche harter und weitgehend ergebnisloser Verhandlungen hat sich Zypern auf der Suche nach einem Ausweg aus der drohenden Staatspleite erneut an die EU gewandt. Präsident Nikos Anastasiades und Finanzminister Michalis Sarris reisten am Sonntag zu Gesprächen nach Brüssel. Dort wollte Anastasiades auch mit IWF-Direktorin Christine Lagarde und EZB-Chef Mario Draghi zusammenkommen.

Derweil verhandelte die Regierung daheim weiter mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) weiter über einen Rettungsplan. Am Samstag hatten sie bereits bis tief in die Nacht verhandelt, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Zyperns Aufgabe sei es, die heimische Wirtschaft zu schützen und zugleich eine Pleite abzuwenden, wenn bis Montag kein Notplan verabschiedet würde, sagte Regierungssprecher Christos Stylianides. Die Situation sei sehr schwierig, der Handlungsspielraum begrenzt, sagte er. Der für Währungsfragen zuständige EU-Kommissar Olli Rehn sagte in Brüssel, die Fortschritte der zyprischen Regierung bei der Suche nach einer Lösung seien anzuerkennen. Sobald der Vorschlag für einen neuen Rettungsplan steht, muss dieser noch von der Eurogruppe abgesegnet werden.

Die EU fordert von Zypern einen Eigenbeitrag von 5,8 Milliarden Euro für ein Sanierungspaket. Dann wollen die Staaten der Eurogruppe und der IWF zehn Milliarden Euro für die Sanierung der zyprischen Finanzen und des angeschlagenen Bankensystems bereitstellen. Ein erstes, vor einer Woche vorgelegtes Rettungspaket der Eurogruppe wurde im zyprischen Parlament abgelehnt. Daraufhin beschloss das Parlament einen Alternativplan, der aber noch nicht vollständig ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die finanzielle Notversorgung Zyperns nur noch bis Montag bereitstellen. Dann sollen diese Überweisungen gestoppt werden, falls es bis dahin kein internationales Rettungsprogramm für den Euro-Staat gibt. Ohne die Mittel der EZB könnten die zyprischen Banken am Dienstag zusammenbrechen. Dies würde Zypern in die Zahlungsunfähigkeit und zu einem möglichen Ausstieg aus der Eurozone führen.

AP

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