+
Umstellung auf Sommerzeit im National Wax Museum Dublin.

EU-Parlament entschied am Dienstag

Zeitumstellung auf Sommerzeit: Experten warnen vor gefährlichem Szenario für den Menschen

Die Zeitumstellung ist so unbeliebt wie seit Jahren nicht. Am Dienstag hat das EU-Parlament sich entschieden und über ein Ende der Zeitumstellung abgestimmt.

Experten gegen Zeitumstellung auf Sommerzeit - lieber Winterzeit

Update 29. März 2019: Die deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin spricht sich für eine Beibehaltung der Normalzeit aus. Das Tageslicht und insbesondere der Blauanteil des Sonnenlichts sei der "Hauptzeitgeber" für die innere Uhr des Menschen und maßgeblich für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All dies wird den Experten zufolge am besten durch die Winterzeit gewährleistet.

Durch Umstellung auf Sommerzeit drohe hingegen ein Schlafmangel, der zu Konzentrations- und Leistungseinbußen sowie mehr Unfällen führe. Auch der Deutsche Lehrerverband fürchtet für den Fall einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit gesundheitliche Gefahren für Schüler. Die Wahrscheinlichkeit für Schlaf- und Lernprobleme sei dadurch massiv erhöht.

Laut einer YouGov-Umfrage bevorzugt auch eine Mehrheit der Deutschen die Normalzeit. 49 Prozent sind für eine dauerhafte Winterzeit, 36 Prozent für eine dauerhafte Sommerzeit.

Zeitumstellung auf Sommerzeit (EU): Jetzt diskutieren deutsche Politiker diese wichtige Frage

Update 27. März 2019: Nach dem Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der Zeitumstellung lässt die Bundesregierung vorerst offen, ob in Deutschland ganzjährig die Sommer- oder Winterzeit eingeführt werden soll. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten unter Berufung auf das zuständige Bundeswirtschaftsministerium, derzeit laufe noch die "interne Meinungsbildung innerhalb der Bundesregierung" sowie die Abstimmung mit anderen EU-Staaten. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sei aber für die Einführung einer ganzjährigen Sommerzeit.

Ziel sei eine "möglichst einheitliche und weitgehend harmonisierte Lösung für den EU-Binnenmarkt", sagte eine Ministeriumssprecherin den Funke-Zeitungen. Altmaier sei bereits im Kontakt mit seinen EU-Kollegen. Außerdem befinde sich das Ministerium in Abstimmungen mit Verbänden und den anderen Ministerin in Deutschland.

Zeitumstellung auf Sommerzeit: EU-Parlament hat entschieden

Update 26. März 2019: Das EU-Parlament hat am Dienstag für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 gestimmt. 410 Abgeordnete votierten in Straßburg dafür, 192 dagegen, 51 enthielten sich der Stimme. Das Plenum des Parlaments folgte damit einer Empfehlung des Verkehrsausschusses.

Nach dem nun verabschiedeten Zeitplan sollen die EU-Staaten der Brüsseler Kommission bis April 2020 mitteilen, welche Zeit sie dauerhaft beibehalten wollen - die Winter- oder die Sommerzeit. Im März 2021 soll dann zum letzten Mal die saisonale Zeitumstellung auf Sommerzeit erfolgen.

Machen Sie mit und stimmen ab

Brexit-Chaos: May soll Rücktritt angeboten haben

Gemäß dem Plan der EU-Kommission kann jedes Land für sich entscheiden, in welcher Zeitzone es dauerhaft bleibt: So wäre es möglich, dass sich etwa Deutschland anders entscheidet als die Nachbarn Belgien oder Frankreich - und die Länder dann in unterschiedlichen Zeitzonen lägen. Um dies zu verhindern, sollen die EU-Staaten nun ausreichend Zeit erhalten, um ihre Pläne zu koordinieren.

Es herrscht auf EU-Ebene zwar weitestgehend Einigkeit darüber, dass künftig nicht mehr zweimal jährlich an der Uhr gedreht werden soll. Bisher haben sich die EU-Staaten aber noch nicht auf einen Zeitplan geeinigt. Erst wenn dies geschehen ist, können die Verhandlungen zwischen dem Europaparlament und dem Rat der EU-Staaten beginnen. Parlament und Rat entscheiden in der Frage gemeinsam - sie müssen sich also auf einen Kompromiss einigen.

Video: Ende der Zeitumstellung ab 2021

Update 26. März 2019: Auf dem Weg zum Ende der Zeitumstellung in Mitteleuropa steht eine weitere Etappe an. Ab etwa 12.30 Uhr stimmt das EU-Parlament in Straßburg über seine Position zu dem Thema ab. Der zuständige Verkehrsausschuss hat sich für ein Ende des halbjährlichen Drehens an der Uhr ab 2021 ausgesprochen. Ein „Koordinierungsmechanismus“ solle einen Zeit-Flickenteppich in Europa vermeiden.

Umfrage: Rückhalt für die Zeitumstellung auf neuem Tiefpunkt

Update 25. März 2019: Der Widerstand gegen die Zeitumstellung wächst: Immer weniger Menschen in Deutschland halten sie noch für sinnvoll. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Danach liegt der Anteil der Befürworter bei 18 Prozent - und damit auf dem tiefsten Wert seit Jahren. 

Seit 2013 ist der Zustimmungswert von ehemals 29 Prozent um 11 Prozentpunkte gefallen. Mehr als drei Viertel der Befragten (2013: 69 Prozent, 2019: 78 Prozent) sind der Meinung, die Zeitumstellung sollte abgeschafft werden. In einer EU-weiten Befragung sprachen sich im Sommer 2018 rund 84 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung aus.

Abschaffung der Zeitumstellung: EU-Parlament debattiert am Dienstag

Im EU-Parlament könnte die Abschaffung der Zeitumstellung am Dienstag eine weitere Hürde nehmen. Am kommenden Sonntag dann werden nachts die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt: Ab dann gilt in allen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Auch die Europäische Union diskutiert die Abschaffung der Zeitumstellung in den kommenden Jahren.

Ein Viertel der Befragten gibt an, schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung gehabt zu haben. Dabei fühlten sich die meisten von ihnen (71 Prozent) schlapp und müde. An zweiter Stelle kommen mit 63 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen besonders häufig leiden: 70 Prozent der weiblichen Befragten geben das an, im Vergleich zu 53 Prozent der Männer. 36 Prozent konnten sich durch den Dreh an der Uhr schlechter konzentrieren, ein Drittel (32 Prozent) fühlte sich gereizt. Zehn Prozent gaben an, unter depressiven Verstimmungen gelitten zu haben.

Abschaffung der Zeitumstellung: EU-Parlament auf der Suche nach einem Kompromiss

An diesem Dienstag stimmen sich die Abgeordneten des EU-Parlaments auf eine gemeinsame Linie für die anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten ab. Damit die Suche nach einem Kompromiss beginnen kann, müssen sich aber auch die EU-Verkehrsminister noch auf einen Standpunkt einigen. Zuletzt hatten sie ein Ende der Zeitumstellung bereits im Jahr 2019 - wie von der EU-Kommission vorgeschlagen - abgelehnt und mehr Zeit gefordert.

Im zuständigen Verkehrsausschuss des EU-Parlaments ist man ebenfalls für einen weniger ambitionierten Zeitplan und fordert die Abschaffung des halbjährlichen Drehens an der Uhr ab dem Jahr 2021. Daneben schlägt der Ausschuss einen „Koordinierungsmechanismus“ vor, in dem Vertreter von Kommission und Mitgliedstaaten sitzen sollen. Er soll einen Flickenteppich verschiedener Regelungen vermeiden.

In einigen EU-Ländern gibt es Vorbehalte gegen die Abschaffung der Zeitumstellung

Wie sich das gesamte Parlament positioniert, bleibt abzuwarten. In einigen Ländern gibt es Vorbehalte gegen die Abschaffung der Zeitumstellung. Dennoch scheint grünes Licht aus Straßburg wahrscheinlich. Mit einer endgültigen Einigung zwischen Parlament und Mitgliedstaaten wird dann nicht vor Herbst 2019 gerechnet.

Onlineumfrage 2018: Mehr als 80 Prozent von 4,6 Millionen Teilnehmern sind für ein Ende der Zeitumstellung

Nachricht vom 11. März 2019: In einer Onlineumfrage der Europäischen Union hatte sich 2018 eine Mehrheit von über 80 Prozent der insgesamt 4,6 Millionen Teilnehmer für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Die EU-Kommission wollte die Abschaffung der Zeitumstellung bereits 2019 umsetzen, doch den Mitgliedstaaten geht das zu schnell. Sie brauchen mehr Zeit für die Umsetzung des Vorhabens, heißt es. Nun könnte die Zeitumstellung im Jahr 2021 abgeschafft werden. Dafür hat nun der Verkehrsausschuss im Europaparlament in Brüssel am Montag votiert. 23 Abgeordneter stimmten dafür, elf dagegen. Damit sind die Pläne von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wieder einen kleinen Schritt vorangekommen.

„Dafür braucht man keine zwei Jahre – da reicht ein halbes Jahr“ - Zeitumstellung auf Sommerzeit

In den kommenden Wochen soll nun das Europaparlament abstimmen, anschließend müssen noch die EU-Staaten die Pläne absegnen. Nach Angaben des CDU-Europaabgeordneten Peter Liese zeichnet sich im EU-Parlament eine deutliche Mehrheit für die Abschaffung der derzeit zweimal pro Jahr vorgeschriebenen Zeitumstellung ab. Unklar ist ihm zufolge allerdings weiterhin für welchen Termin die Abgeordneten stimmen werden. Zur Auswahl stehen die Jahre 2019, für das die Kommission nach wie vor plädiert, das Jahr 2020, worauf das Parlament setzt oder eben das vom Verkehrsausschuss präferierte Jahr 2021.

Liese sagt in Bild: „Die Mitgliedsstaaten müssen sich absprechen, damit es kein Chaos gibt. Aber: Dafür braucht man keine zwei Jahre – da reicht ein halbes Jahr."

Video: Europa will die Zeitumstellung 2021 abschaffen

Zeitumstellung auf Sommerzeit: „Ziel ist, einen Flickenteppich zu vermeiden“

Probleme verursacht nämlich die bislang fehlende Abstimmung zwischen den EU-Staaten. Gemäß dem Plan der EU-Kommission kann jedes Land für sich entscheiden, in welcher Zeitzone es dauerhaft bleibt. So wäre es möglich, dass sich etwa Deutschland anders entscheidet, als die Nachbarn Österreich oder Frankreich. Die Länder lägen dann in unterschiedlichen Zeitzonen - kein schönes Szenario.

Dieter-Lebrecht Koch (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses, zu Bild: „Die Mitgliedstaaten benötigen mehr Zeit, um die Umstellung besser vorbereiten und sich untereinander abstimmen zu können. Dahinter steckt das Ziel, einen Flickenteppich zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten wir ihnen diese Zeit auch zugestehen und den vorgelegten Kompromiss unterstützen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass wir dem längst überflüssigen „Drehen an der Uhr“ schon dieses Jahr ein Ende bereitet hätten.“

Zeitumstellung 2019: Wann stellen wir die Uhren auf Sommerzeit in Deutschland?

Zeitumstellung auf Sommerzeit: Finale Entscheidung in wenigen Wochen - Liese hofft auf 2020

Die finale und entscheidende Abstimmung findet also voraussichtlich Ende März durch das EU-Parlament statt. „Im März oder April geht es direkt zur Abstimmung ins Plenum, damit das Parlament noch vor den Wahlen die erste Lesung schließen kann. Im Herbst können dann die Trilogverhandlungen beginnen. Das ist ein Dreier-Treffen zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament“, erklärt der Grünen-Politiker Michael Cramer in Bild.

Liese hofft noch, dass das Parlament noch einmal aufs Tempo drückt: „Das Parlament könnte beschließen, das Datum doch noch auf 2020 zu verschieben.“

Zeitumstellung: Lehrerverband warnt vor Gefahren bei dauerhafter Umstellung auf Sommerzeit

Doch nicht alle fiebern einer dauerhaften Umstellung auf die Sommerzeit entgegen. Der Deutsche Lehrerverband fürchtet für den Fall gesundheitliche Gefahren für Schüler. "Die Wahrscheinlichkeit für Schlaf- und Lernprobleme, Depressionen und Diabetes wird nachweislich massiv erhöht", erklärte Präsident Heinz-Peter Meidinger am Dienstag in Berlin. Er forderte die Bundesregierung auf, die potenzielle Einführung dauerhafter Sommerzeit in Deutschland zu verhindern.

Der Lehrerverband fürchtet drastische Auswirkungen auf Kinder bei einer dauerhaften Zeitumstellung.

Meidinger verwies auch auf steigende Unfallrisiken, weil Millionen Schüler dann "zwei Monate länger bei absoluter Dunkelheit ihren morgendlichen Schulweg antreten müssten". In der EU wird an der Abschaffung der Zeitumstellung gearbeitet, die zweimal im Jahr erfolgt. Voraussichtlich Ende März wird das EU-Parlament darüber abstimmen. Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten stehen aber noch aus.

Der Landeschef der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Felix Banaszak, forderte die Bundesländer zu Planungen für einen späteren Unterrichtsbeginn auf.

Zeitumstellung auf Sommerzeit: Was Russland uns voraus hat

Anders in Russland: Dort hatte 2011 der damalige Präsident Dimitri Medwedew die Zeitumstellung abgeschafft und die Sommerzeit zur einzig gültigen erklärt. Offenbar bemerken die Russen erst dann die Nachteile, etwa, dass es im Winter erst gegen 9.00 Uhr hell wurde. Auch Vladimir Putin tat sich beim Aufstehen schwer, wie er einst sagte und machte Medwedews Reform wieder rückgängig. Seit 2014 gilt in Russland wieder die Winterzeit - das ganze Jahr über und auch auf der Krim.

Ob das die Menschen zufriedener gemacht hat, ist noch immer nicht erwiesen. Auch in Europa darf man auf Ergebnisse eines solchen Einschnitts gespannt sein - vorausgesetzt die Zeitumstellung wird wirklich angeschafft.

Lesen Sie auch: May gibt Brexit-Befürwortern milliardenschweres Versprechen oder „Ich muss helfen, den Guttenberg abzusägen“: Plagiats-Jäger verrät, wie er den CSU-Mann schnappte oder Trump: Neue Pleite zeichnet sich ab - Sohn gerät ins Visier einer Untersuchung oder Artikel 13: EU-Abstimmung über Urheberrechtsreform: Appell an Merkel und Barley

mke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Giuliani soll Trump gedrängt haben, den Forderungen Erdogans nachzugeben
Neuer Ärger für Rudy Giuliani. Trumps persönlicher Anwalt soll beim US-Präsidenten die Interessen des türkischen Staatschefs Erdogan vertreten haben. Er hätte damit …
Giuliani soll Trump gedrängt haben, den Forderungen Erdogans nachzugeben
Türkei-Offensive in Syrien: Wegen Beleidigung Ausweisung von Erdogans Botschafter aus Deutschland gefordert
Die Türkei setzt ihre Offensive in Syrien fort. Erdogan macht sich über den deutschen Außenminister lustig. Nun fordert ein deutscher Politiker Konsequenzen. Alle …
Türkei-Offensive in Syrien: Wegen Beleidigung Ausweisung von Erdogans Botschafter aus Deutschland gefordert
Entsetzen über „Hart aber fair“: Plasberg verhält sich fragwürdig - ARD-Sprecher nimmt Stellung
Frank Plasberg will in seiner „Hart aber fair“-Sendung Antisemitismus diskutieren - doch er und sein Team sehen sich schnell selbst Vorwürfen ausgesetzt. Jetzt reagierte …
Entsetzen über „Hart aber fair“: Plasberg verhält sich fragwürdig - ARD-Sprecher nimmt Stellung
Uni Hamburg: Proteste verhindern Vorlesung von Bernd Lucke
Seine Rückkehr an die Uni Hamburg hat sich AfD-Gründer Bernd Lucke sicher anders vorgestellt. Statt über Makroökonomik zu sprechen, muss er nach Protesten und …
Uni Hamburg: Proteste verhindern Vorlesung von Bernd Lucke

Kommentare