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Die CSU-Bundestagsabgeordneten haben geschlossen die Entscheidung von Horst Seehofer missbilligt, Alexander Dobrindt mit der Koordinierung der CSU-Minister im Bund zu beauftragen. Derweil haben sie sich demonstrativ hinter die Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt gestellt.

Stärkung für Gerda Hasselfeldt

CSU missbilligt Dobrindt-Beförderung

Berlin - Die CSU-Bundestagsabgeordneten haben Horst Seehofers Entscheidung missbilligt, Alexander Dobrindt mit der Koordinierung der CSU-Minister zu beauftragen.

Das berichtet die Passauer Neue Preses am Dienstag. Zugleich habe die Landesgruppe ihrer Chefin Gerda Hasselfeldt in einer Sitzung am Montagabend demonstrativ den Rücken gestärkt. Offene Kritik an ihr in den Medien sei „eine Unverschämtheit“, habe es geheißen. Neben Dobrindt gehören Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller der CSU an.

Derweil haben sich die CSU-Abgeordneten im Bundestag demonstrativ hinter die Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt gestellt. In einer Sitzung am Vorabend habe sie für sich persönlich „die volle Rückendeckung der Mitglieder“ gehabt, was Führungsstil und inhaltliche Positionierungen betreffe, sagte Hasselfeldt am Dienstag in Berlin. Dieses Unterstützungssignal sei nötig gewesen, da nach Medienberichten in der öffentlichen Wahrnehmung der Eindruck entstanden sei, es gäbe unterschwellig eine andere Meinung in der Landesgruppe. Hierzu sei nun klargemacht worden: „Die gibt es nicht.“

Hasselfeldt sagte, es sei kein Problem für sie, wenn Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die drei CSU-Minister im Bundeskabinett koordiniere. Es sei sogar hilfreich, wenn sie als Landesgruppenchefin einen Ansprechpartner zur Klärung von Anliegen habe, die auch andere Ressorts beträfen. So etwas sei zudem nicht neu. „Da ist zwar keiner aufgetreten mit Schulterklappen“, sagte Hasselfeldt. In der schwarz- gelben Koalition habe aber zuletzt der damalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine solche Koordinierungsfunktion gehabt.

Dobrindt, der zuvor CSU-Generalsekretär war, hatte am Wochenende im „Spiegel“ gesagt: „Ich habe die Schulterklappen wieder aufgelegt.“ Sein Auftrag laute nicht, General zu sein. Er werde künftig aber ein Minister sein, der sich „auch stärker mit den allgemeinen Themen und der Koordinierung der CSU-Ressorts beschäftigt.“ Weitere CSU-Minister sind Gerd Müller (Entwicklungshilfe) und Christian Schmidt (Agrar).

Hasselfeldt sagte: „Das ist in Ordnung, und wer das macht, ist auch in Ordnung.“ Von der Entscheidung von Parteichef Horst Seehofer für Dobrindt als Koordinator sei sie nicht überrascht worden. Sie betonte, es sei nicht so, „dass Unterstützung für mich gleich Kritik an einem anderen in der Partei oder an der Parteispitze gar ist“.

dpa

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