Katrougalos verteidigt sich

Korruptionsvorwürfe gegen griechischen Minister

Athen - In Griechenland gibt es Korruptionsvorwürfe gegen Vize-Innenminister Katrougalos. Er soll als Anwalt entlassene Beamte vertreten haben, deren Wiedereinstellung er als Minister angekündigt hat.

Das Blatt veröffentlichte Dokumente, aus denen hervorgehen soll, dass die Kanzlei von Giorgos Katrougalos noch am 27. Januar - dem Tag, an dem er das Ressort für Verwaltungsreform übernahm - solche Verträge unterzeichnet hat. Als Honorar seien zwölf Prozent des Streitwerts vereinbart worden.

Die Vorabveröffentlichung sorgte in Athen für erheblichen Wirbel. Die Opposition forderte den Rücktritt des Ministers. In einer Mitteilung und später in einer Pressekonferenz wies Katrougalos die Vorwürfe zurück und versuchte, die Wellen zu glätten. Er habe seine Anwaltstätigkeit bereits im vergangenen Sommer aufgegeben, nachdem er ins Europaparlament gewählt wurde.

Das von "To Vima" veröffentlichte Dokument betreffe keinen entlassenen Beamten, es sei vielmehr um Lohndifferenzen gegangen. "Wenn das alles stimmen würde, müsste ich nicht nur zurücktreten, sondern das Land verlassen oder mich umbringen", sagte Katrougalos.

Die Regierung des linksgerichteten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras stellte sich demonstrativ hinter den stellvertretenden Innenminister. Regierungskreise sprachen von Lügen, die die Zeitung verbreite. Korruptionsbekämpfung ist eines der erklärten Ziele der Regierung.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen
Seit fast 16 Jahren kämpfen US-Soldaten in Afghanistan. Die Erfolge sind umstritten. Donald Trump war einst ein scharfer Kritiker des Einsatzes. "Wir werden Terroristen …
Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen
Nach Akhanlis Verhaftung: Der lange Arm des Erdogan
Seit 2010 wurde der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli per internationalem Haftbefehl gesucht - aus haltlosen Gründen. Nun holt ihn der lange Arm Erdogans in Spanien …
Nach Akhanlis Verhaftung: Der lange Arm des Erdogan
Terror-Verdächtiger gesteht Planung von noch größerem Anschlag
Nach den Anschlägen in Katalonien hat einer der Terrorverdächtigen vor Gericht die Vorbereitung eines noch größeren Anschlags gestanden. Die vier überlebenden Mitglieder …
Terror-Verdächtiger gesteht Planung von noch größerem Anschlag
Bundesgericht bestätigt Abschiebung islamistischer Gefährder
Leipzig (dpa) - Das Bundesverwaltungsgericht hat in zwei Grundsatzentscheidungen die Abschiebung von Terrorverdächtigen gebilligt.
Bundesgericht bestätigt Abschiebung islamistischer Gefährder

Kommentare