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ZdK-Präsident Alois Glück.

"Kulturkampf"

Katholisches Zentralkomitee gegen Homo-Ehen-Abstimmung

Augsburg - Ganz Deutschland diskutiert über die gleichgeschlechtliche Ehe. Nun hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, wenig überraschend Stellung bezogen.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat sich gegen eine Volksabstimmung über Homo-Ehen ausgesprochen. „Solche Entscheidungen über ein Referendum herbeizuführen, führt nur zu einem Kulturkampf“, sagte Glück der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). „Das würde Gräben in der Gesellschaft aufreißen und gewaltige Polarisierungen mit sich bringen.“

Irland hatte in einem Referendum für eine Gleichstellung von Ehe und homosexueller Lebenspartnerschaft gestimmt. Mehrere Bundesländer forderten daraufhin auch in Deutschland eine rasche Gleichstellung. Der Vatikan kritisierte das irische Votum dagegen mit ungewöhnlich scharfen Worten und wertete es als „Niederlage für die Menschheit“.

Das ZdK vertritt die 24 Millionen Laien in der katholischen Kirche. Mitte Mai hatte das Gremium kirchliche Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare gefordert und sich damit den Unmut der Deutschen Bischofskonferenz zugezogen. Glück zeigte jetzt aber Verständnis für die kirchliche Reaktion auf das Referendum und betonte: „Gleichzeitig halten wir die völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe für den falschen Weg.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident wirbt auf Twitter für Homo-Ehe

In der Debatte um die Gleichstellung Homosexueller hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule gefordert. „Der Staat hat nicht das Recht, die Liebe zweier Menschen zu beurteilen“, twitterte die Landesregierung am Freitag mit einem Bild des Grünen-Politikers und seiner Unterschrift. „Das tut er aber, wenn er gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe verweigert. Deshalb ist es an der Zeit, die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen.“

Die Nachricht wurde unter der Überschrift „Gleiche Liebe - gleiche Rechte“ und dem Hashtag #Ehefueralle veröffentlicht.

Als erstes EU-Land hatte das katholisch geprägte Irland vergangene Woche in einer Volksabstimmung für die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau gestimmt. Diese Entscheidung führte in Deutschland zu einer erneuten Diskussion um die Öffnung der Ehe für Homosexuelle.

dpa

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