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Im NSU-Prozess mit der Hauptangeklagten Beate Zschäpe (Foto) sagten weitere Zeuginnen aus.

Tat vom Dezember 1998 in Chemnitz

NSU-Prozess: Zeuginnen berichten über Raubüberfall

München - Im Münchner NSU-Prozess hat sich das Gericht nun mit dem mutmaßlich ersten Raubüberfall des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ beschäftigt.

Update vom 21. Juli 2015: Offener Bruch beim NSU-Prozess - Beate Zschäpe will ihre Anwälte loswerden. Und die wiederum wollen ihr Mandat niederlegen. Doch nun wurde beschlossen: Die Anwälte im NSU-Prozess müssen Beate Zschäpe weiter verteidigen.

Zwei Kassiererinnen berichteten am Montag vor dem Oberlandesgericht von einem Überfall auf einen Supermarkt in Chemnitz im Dezember 1998. Dabei handelt es sich um die erste Tat der Überfallserie, die die Bundesanwaltschaft dem NSU um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe anlastet. Die drei waren Anfang 1998 untergetaucht.

Eine Zeugin berichtete, wie einer der beiden Täter die Hauptkassiererin des Supermarkts mit einer Waffe bedrohte und ihr die Tasche mit den eingesammelten Tageseinnahmen entriss. Draußen vor dem Gebäude seien dann Schüsse gefallen. Laut Anklage schossen die Täter auf einen Jugendlichen, der sie verfolgen wollte. Die Verbindung zum NSU konnten die Ermittler herstellen, weil die in Chemnitz gefundenen Patronenhülsen aus der gleichen Waffe abgefeuert wurden wie weitere Hülsen, die im Brandschutt der letzten Wohnung des NSU in der Zwickauer Frühlingsstraße gefunden wurden.

Eine Kriminalbeamtin berichtete zudem von einem weiteren Überfall im Jahr 2000 auf eine Postfiliale in Chemnitz. Eine der Waffen, die im Brandschutt in Zwickau gefunden wurden, gleiche einer der von den Tätern in der Filiale verwendeten Waffen, sagte die Polizistin.

Die Mordserie, die dem NSU angelastet wird, begann ebenfalls im Jahr 2000. Beate Zschäpe, die einzige Überlebende des Trios, muss sich vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) als Mittäterin verantworten.

dpa

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