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Rebellen auf dem Vormarsch

UN zieht Mitarbeiter aus Südsudan ab

Juba - Mit einem schnellen Vormarsch der Rebellen spitzt sich die Lage im Südsudan dramatisch zu. Die UN bringt einen Teil ihres Personals in Sicherheit.

Augenzeugen zufolge eroberten die Rebellen am Sonntag wichtige Teile des für die Ölindustrie zentralen Bundeslandes Unity. Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit. US-Präsident Barack Obama lässt sich in seinem Urlaub auf Hawaii regelmäßig über die Lage im Südsudan informieren.

Alle zivilen Mitarbeiter des UN-Einsatzes UNMISS seien bereits aus Bor in die Hauptstadt Juba verlegt worden, teilte die UN am Sonntag mit. Die UN-Friedenstruppen in Unity und Bor sollen aber verstärkt werden. „Wir verlassen den Südsudan nicht“, sagte die UN-Sonderbeauftragte Hilde Johnson.

Ein Mitarbeiter der Regierung berichtete am Sonntag, alle Mitglieder der Landesregierung von Unity seien aus der Landeshauptstadt Bentiu geflohen. Dort soll bei einem Angriff ein Regierungsmitglied getötet worden sein.

Am Samstag hatten Rebellen bei Bor zwei US-Flugzeuge beschossen und zum Abdrehen in Richtung Uganda gezwungen. Dabei seien vier US-Soldaten verletzt worden, bestätigte das UN-Afrika-Kommando Africom mit. Die Flieger hatten Zivilisten aus dem Gebiet bergen sollen, wo zuvor bei einem Angriff auf eine UN-Basis 20 Zivilisten sowie zwei indische UN-Blauhelmsoldaten getötet worden waren.

US-Präsident Barack Obama plädierte für eine Verhandlungslösung des Konfliktes. Aus dem Weihnachtsurlaub in Hawaii halte er engen Kontakt zu seinen Sicherheitsberatern in Washington, teilte das Weiße Haus mit. Er habe das Team angewiesen, dafür zu sorgen, dass Militärangehörige und Zivilisten in Sicherheit gebracht werden.

Hintergrund der vor rund einer Woche ausgebrochenen Unruhen sind Machtkämpfe in der Führung des Landes sowie Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen. Es wird befürchtet, dass sich der Machtkampf zu einem Bürgerkrieg ausweitet. Der Süd-Sudan war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Trotz reicher Ölvorkommen leben die meisten Menschen in extremer Armut.

Der Leiter der Auslandseinsätze der Bundeswehr hält ein stärkeres Engagement Deutschlands in Afrika für nötig. „Wir müssen uns mit Afrika beschäftigen, weil die Entwicklungen in diesen Ländern auch unsere Interessen betreffen können“, sagte Generalleutnant Hans-Werner Fritz der „Tageszeitung“ (taz/Samstag) in Entebbe. Fritz war am vergangenen Sonntag im Südsudan eingetroffen und nach dem Beginn der Unruhen nach Uganda ausgeflogen werden.

dpa

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