Nicolas Sarkozy
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Nicolas Sarkozy will Streit vor den EU-Wahlen vermeiden.

Sarkozy geht Streit über Türkei aus dem Weg

Paris - Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat wegen der positiven Haltung Schwedens zum EU -Beitritt der Türkei kurzfristig eine Reise nach Stockholm abgesagt.

Der Präsident wolle kurz vor den EU -Wahlen einen Streit über die Türkei vermeiden, zitierte die Tageszeitung “Le Monde“ (Freitag) einen nicht namentlich genannten Regierungsmitarbeiter. Auch wegen der bevorstehenden Übernahme der EU -Präsidentschaft durch Schweden am 1. Juli wolle man keinen missglückten Besuch riskieren. Dafür gebe es zu viele wichtige Dinge vorzubereiten.

Nach Angaben der Zeitung “Le Monde“ nannte ein französischer Minister ein kürzlich erschienenes Interview mit dem schwedischen Außenminister Carl Bildt als konkreten Absagegrund für die Reise. Bildt hatte am 25. Mai in einem “Figaro“-Gespräch für die Fortsetzung des EU -Beitrittsprozesses der Türkei plädiert. “Die EU hat ein strategisches Interesse ersten Ranges daran, dass die Türkei sich zu ihr hin orientiert“, erklärte Bildt. Man dürfe die Erweiterungsprozesse nicht einstellen. Sarkozy plädiert gegen die Aufnahme der Türkei und für ihre Einbindung in eine strategische Partnerschaft. Mit dieser Forderung macht er auch EU -Wahlkampf.

Die Nachrichtensite lexpress.fr hatte am Donnerstagmorgen berichtet, dass Sarkozy seine Schwedenreise absage, weil er die kommende EU -Ratspräsidentschaft wegen deren positiver Haltung zur Aufnahme der Türkei abstrafen wolle. Der Élyséepalast gibt dafür offiziell Termingründe an.

dpa

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