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Das schönste Gerücht des Frühlings

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Münte strotzt vor guter Laune. © dpa

Seit Monaten befindet sich seine Partei im Umfragetief, die große Koalition schwächelt – doch SPD-Chef Franz Müntefering strahlt, eilt unermüdlich von Termin zu Termin.

Der 69-Jährige strotzt nur so vor Energie und guter Laune, hat sogar wieder mit dem Joggen angefangen. Auch die Zeitschrift Bunte hat den neuen Elan des Spitzenpolitikers entdeckt. Es falle auf, dass sich der Witwer (vor neun Monaten starb seine geliebte Frau Ankepetra 62-jährig an Krebs) mit positiven Menschen umgebe, die nach vorne schauen und etwas erreichen wollen. Der Name Michelle Schumann fällt.

Beflügelt die 29-Jährige den Mann, der unter Parteigenossen eigentlich nur der „Alleiner“ heißt, weil er sein Privatleben stets penibel unter Verschluss hält?

Michelle Schumann

– wer ist die Frau, welche die Gerüchteküche nun heftig zum Brodeln bringt? Sie ist 40 Jahre jünger als er, sie hat brünette lange Haare, eine hohe Stirn und süße Grübchen – stark erinnert sie vom Typ her an Müntes verstorbene Ehefrau.

Bei Parteikollegen gilt sie als klug, ehrgeizig und redegewandt, gewann mit ihrer schlagfertigen Art sogar einen ersten Platz in einem Rednerwettbewerb einer Eliteschule für politische Rhetorik. Für die überalterte SPD in Nordrhein-Westfalen stellt die junge Frau eine große politische Hoffnung dar. Peer Steinbrück soll ihr bereits 2005 prophezeit haben: „In zehn Jahren ist Michelle Landesvorsitzende.“ Gefragt nach ihrem rhetorischen Vorbild, nannte sie einmal – neben Gerhard Schröder – Franz Müntefering.

Jetzt ist sie der Macht ein wenig nähergerückt: Die ausgebildete Kinderpflegerin und studierte Journalistin arbeitet seit Ende letzten Jahres als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Büro Müntefering. Schon für viele politische Talente war dies ein Sprungbrett für die große Karriere. Außerdem schreibt sie regelmäßig für das SPD-Magazin Vorwärts. Gebürtig in Herne, zog Michelle Schumann kürzlich in eine Wohnung in Berlin-Kreuzberg.

Und sie liebt – so die Bunte – ihren knallroten Mantel. Nur ein Zufall, dass dies die Lieblingsfarbe ihres Chefs ist? Freunde von Münte sagen, dass sich durch die intensive Zusammenarbeit Sympathie und Zuneigung entwickelt hätten.

tz

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