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Hunderttausende Menschen haben in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul von dem früheren Präsident Roh Moo Hyun Abschied genommen.

Hunderttausende trauern um früheren südkoreanischen Präsidenten

Seoul - Hunderttausende Menschen haben in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul von dem früheren Präsident Roh Moo Hyun Abschied genommen, der eine Woche zuvor Selbstmord begangen hatte.

Viele Menschen trugen gelbe Kleidung, weil dies die Farbe aus Rohs Wahlkampf war. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, weil Proteste von Roh-Anhängern befürchtet wurden, die der jetzigen konservativen Regierung unter Präsident Lee Myung Bak vorwerfen, Roh in den Tod getrieben zu haben.

Der 62-Jährige, der sich aus einfachen Verhältnissen an die Staatsspitze emporgearbeitet und in seiner Amtszeit von 2003 bis 2008 die Aussöhnung mit Nordkorea vorangetrieben hatte, nahm sich am Samstag aus Verzweiflung über seine Verwicklung in einen Korruptionsskandal das Leben. Roh stürzte sich in der Nähe seines Landhauses von einer Klippe rund hundert Meter in die Tiefe. Roh war besonders stolz auf seinen Ruf, nichts mit Korruption zu tun zu haben. Er besuchte nie eine Universität, sondern brachte sich das nötige Wissen, um die Anwaltsprüfung zu bestehen, selbst bei.

Gegen Roh wurde ermittelt, weil er während seiner Amtszeit mehr als sechs Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) von einem Geschäftsmann angenommen haben soll. Ende April wurde er 13 Stunden lang von der Staatsanwaltschaft vernommen und wirkte deswegen tief beschämt.

Roh räumte ein, dass der Unternehmer seiner Frau eine Million Dollar gegeben hatte. Weitere fünf Millionen Dollar gingen demnach an einen Verwandten. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Geld letztlich bei Roh landete. Roh hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. 

ap

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