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Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal des OLG München.

Aussage im NSU-Prozess

Zschäpe beschreibt sich als machtlos

München - Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat sich als machtlos gegenüber den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beschrieben.

Die Antworten von Beate Zschäpe auf Fragen des Gerichts haben im NSU-Prozess keine grundlegend neuen Informationen gebracht. Zschäpe blieb in der am Donnerstag von ihrem Verteidiger vor dem Oberlandesgericht München verlesenen Erklärung bei ihrer früheren Darstellung, nicht an den Gewalttaten von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beteiligt gewesen zu sein. Mit ihrer Aussage belastete Zschäpe den mutmaßlichen NSU-Helfer André E.

Zschäpe hatte in dem seit Mai 2013 laufenden Prozess kurz vor Weihnachten erstmals über ihre Verteidigung Angaben zur Anklage der Bundesanwaltschaft gemacht. Darin bestritt sie die Vorwürfe der Anklage zum größten Teil.

Zu den Nachfragen des Gerichts sagte sie nun, Böhnhardt und Mundlos hätten ihre Widersprüche gegen die Gewalttaten mit abwertenden Handbewegungen abgetan. Bis zur Ermordung des ersten von am Ende zehn NSU-Opfern habe sie es nicht für möglich gehalten, dass die beiden einen Menschen töten könnten. Im Verlauf der Mordserie hätten sie dann zu ihren Vorwürfen gesagt, einer mehr oder weniger sei auch egal.

Sie habe die Einstellung der beiden zu Gewalt damals nicht geteilt und teile sie auch heute nicht, ließ Zschäpe verlesen. "Die Gewaltanwendungen, insbesondere die Mordtaten und Bombenanschläge, verurteile ich zutiefst."

Zschäpe beschrieb sich als machtlos gegenüber den mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt und Mundlos, mit denen sie dreizehn Jahre im Untergrund gelebt hatte. "Sie ließen sich von mir nicht beeinflussen. Sie ließen sich von mir auch nichts sagen", ließ Zschäpe erklären. Bei den der mutmaßlichen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angelasteten Taten hätten Böhnhardt und Mundlos sie weder für die Planung noch für die Ausführung gebraucht.

Zschäpe sagte, sie habe erst nach dem Tod von Mundlos und Böhnhardt mitbekommen, dass die beiden Männer ihr während des gemeinsamen Lebens im Untergrund "eine Vielzahl an Waffen" nicht gezeigt hätten. Jeder von ihnen habe im gemeinsamen Unterschlupf ein abschließbares Zimmer gehabt, dort hätten die beiden die Waffen vor ihr verstecken können.

Zschäpe beschrieb ihr Verhältnis zu Mundlos wie das von "Bruder und Schwester". "Mein Verhältnis zu Uwe Böhnhardt beschreibe ich so, dass ich ihn geliebt habe." Insgesamt sei sie abhängig von den beiden gewesen.

Zschäpe schilderte außerdem einige Details zur Unterstützung für das Trio, die auch Teil der Anklage sind. So sagte sie, dass der als NSU-Helfer angeklagte André E. dem Trio in Chemnitz eine Wohnung angemietet habe und dass sie außerdem die Bahncard von dessen Frau genutzt habe.

Zschäpe beschrieb auch einen übermäßigen Alkoholkonsum gerade in den letzten Jahren ihres Lebens im Untergrund. Sie habe regelmäßig heimlich viel Sekt getrunken, am Ende zwei oder drei Flaschen pro Tag. Nur so seien die Tage für sie erträglich gewesen.

Die Erklärung Zschäpes am Donnerstag hatte sich nach einem Befangenheitsantrag des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl und eine Richterin um mehrere Stunden verzögert. Eine Entscheidung über die Anträge steht noch aus.

Zschäpes Einlassung hatte sich verzögert, weil Wohlleben Befangenheitsanträge gegen zwei Richter gestellt hatte, neben Götzl auch gegen seine Beisitzerin Michaela Odersky. Er begründete sie mit schroffer Verhandlungsführung und von ihm wahrgenommener Geringschätzigkeit seiner Verteidigung gegenüber.

dpa

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