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Die angeklagte Beate Zschäpe.

Prozess geht weiter

NSU-Prozess: Privater Brief von Zschäpe sorgt für Wirbel

München - Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe will im NSU-Prozess keine Fragen von Opfern, Hinterbliebenen oder deren Anwälten beantworten. Ein privater Brief von ihr sorgt für Aufregung.

Auch auf Fragen des vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachters, Henning Saß, will sie nicht eingehen. Das ließ Zschäpe ihren Verteidiger Mathias Grasel am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht mitteilen.

Antworten - wie bisher aber nur schriftlich - will sie auf die entsprechenden Nachfragen allerdings dann, wenn sich das Gericht diese zu eigen machen sollte. Auf konkrete Nachfrage stellte Anwalt Grasel klar, es werde auch keine Antworten auf Fragen geben, die von Familienangehörigen der ermordeten Opfer persönlich gestellt würden.

Antworten kommen nur schriftlich und mit Verzögerung

Die Anwälte der Hinterbliebenen hatten ihr im Juli Hunderte Fragen gestellt. Zschäpe hatte ihr Schweigen im Dezember gebrochen und eine Aussage verlesen lassen. Seither beantwortete sie Nachfragen des Gerichts, der Bundesanwaltschaft und eines der vier Mitangeklagten - aber immer nur schriftlich und mit mehrwöchiger Verzögerung.

Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an zehn Morden angeklagt, die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ vorgeworfen werden. Die unmittelbaren Täter sollen ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen sein. Neun Opfer waren türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende, die nach Überzeugung der Anklage aus Fremdenhass getötet wurden, hinzu kommt eine Polizistin. Zudem werden dem NSU zwei Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle zur Last gelegt.

Privater Brief sorgt für Wirbel

Am Nachmittag schloss das Gericht vorübergehend die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus. Grund war eine Auseinandersetzung um einen Brief, den Zschäpe an einen in Bielefeld inhaftierten Neonazi geschrieben hatte. Einer der Opfer-Anwälte hatte damit begonnen, einen Beweisantrag zu stellen und darin Passagen aus diesem Brief zu zitieren. Das beanstandete Zschäpes Pflichtverteidiger Wolfgang Stahl. Er machte geltend, Zschäpes Brief sei rechtswidrig in die Prozessakte gelangt und der Inhalt privat - und forderte letztlich sogar, der Brief müsse aus diesem Grund sofort vernichtet werden.

Zschäpe steht seit dreieinhalb Jahren vor Gericht. Sie war im Januar 1998 gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt in den Untergrund abgetaucht. Das Trio war erst mehr als 13 Jahre später nach einem gescheiterten Banküberfall aufgeflogen. Mundlos und Böhnhardt töteten sich den Ermittlungen zufolge selbst, um einer Festnahme zu entgehen.

dpa

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