+
Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt neben ihren Anwälten Hermann Borchert (l) und Mathias Grasel am 13. März 2018 im Gerichtssaal im Münchner Oberlandesgericht. Foto: Matthias Schrader/AP

Neuer Befangenheitsantrag

Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich weiter

Zwei Monate stockte der NSU-Prozess wegen Verfahrensstreits und Befangenheitsanträgen. Jetzt soll endlich die letzte Etappe beginnen. Heute will das Gericht die ersten Verteidiger von Beate Zschäpe für ihre Plädoyers aufrufen - doch das zieht sich hin.

München (dpa) - Der Beginn der seit Wochen mit Spannung erwarteten Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess verzögert sich weiter. Grund ist ein neuer Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl, den der Mitangeklagte André E. stellte.

Das Gericht unterbrach die Verhandlung schließlich bis Mittwochmittag. Hintergrund ist ein Antrag des Rechtsanwalts Daniel Sprafke, als neuer Pflichtverteidiger von E. zugelassen zu werden. Dies wies das Gericht zurück, woraufhin E. nach stundenlangem juristischem Hickhack in der Mittagspause den Befangenheitsantrag gegen Götzl stellen ließ.

Eigentlich hätten heute die Wunschverteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel, mit ihrem Plädoyer beginnen sollen. Diverse Befangenheitsanträge, juristische Streitereien und eine kurze Krankheit Zschäpes hatten dies aber schon in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds" gewesen sein und deshalb als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kampf um die Merkel-Nachfolge: Spahn will mit Thema Obergrenze punkten
Der Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel tobt. In Lübeck stellten sich die drei möglichen Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz den Parteimitgliedern. Alle …
Kampf um die Merkel-Nachfolge: Spahn will mit Thema Obergrenze punkten
Ministerium will Geflüchtete mit Plakaten zur Rückkehr bewegen - und erntet Empörung
Es gibt sie unter anderem auf Russisch und Arabisch: Auf Plakaten verspricht das Innenministerium Flüchtlingen einen Bonus - wenn sie bis Ende des Jahres ausreisen. Das …
Ministerium will Geflüchtete mit Plakaten zur Rückkehr bewegen - und erntet Empörung
„Sehr leicht“ - trotz „böser Absichten“: Trump hat Fragen des Sonderermittlers beantwortet
Donald Trump hat nun nach eigenen Angaben die Fragen des Sonderermittlers Robert Mueller beantwortet - sein Statement fällt kurios aus. Die News aus den USA im Ticker.
„Sehr leicht“ - trotz „böser Absichten“: Trump hat Fragen des Sonderermittlers beantwortet
Nach Hessen-Wahl: Endergebnis steht fest - FDP-Chef will Landtagswahl anfechten
Nach der Hessen-Wahl sollte eigentlich längst über Koalitionen verhandelt werden. Stattdessen kommen immer weitere Pannen ans Tageslicht. Nun könnte eine Klage folgen. …
Nach Hessen-Wahl: Endergebnis steht fest - FDP-Chef will Landtagswahl anfechten

Kommentare