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Zuviel Terror im Programm? Auch Anne Will steht in der Kritik

Will, Maischberger und Co.

Zu viel Terror, zu wenig Armut: SPD-Abgeordneter kritisiert Talkshows

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Berlin - Ein „krasses Missverhältnis“ sieht SPD-Mann Marco Bülow bei den Polittalks in ARD und ZDF: Zu häufig seien Terror und Flüchtlinge Thema, zu selten Armut und Klimawandel.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow hat die Themen der Polit-Talks im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgewertet - und ist zu einem aus seiner Sicht besorgniserregenden Ergebnis gekommen. Es gebe ein „krasses Missverhältnis“ bei der Themenauswahl, konstatiert der Dortmunder in einer Art Ministudie: „Die Themenauswahl spiegelt absolut nicht die tatsächlichen Probleme in unserer Gesellschaft wider und stellt damit ein Zerrbild der Wirklichkeit dar.“

Untersucht hat Bülow 204 Sendungen von „Anne Will“, „Maischberger“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und der mittlerweile eingestellten Reihe „Günther Jauch“ aus den vergangenen anderthalb Jahren. In diesem Zeitraum habe sich jede vierte Sendung mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt, aber nur insgesamt sechs Mal sei über Armut und Ungleichheit diskutiert worden, klagt der SPD-Politiker. 

„Wichtigen Themen wie NSU, Rassismus und rechte Gewalt wurde zum Beispiel jeweils nur eine Sendung gewidmet“, schreibt Bülow. Der Klimawandel sei sogar kein einziges Mal thematisiert worden.

„Themen nicht von den Lauten und Rücksichtslosen vorgeben lassen“

Bülows Forderung, wohl mit Blick auf die AfD und Bewegungen wie Pegida: „Wir sollten nicht in erster Linie über die Themen debattieren, die uns Menschen vorgeben, die sich besonders laut und rücksichtslos äußern.“ Der aktuelle Höhenflug des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zeige zum Beispiel, dass sich die Menschen in Deutschland auch für soziale Themen interessierten, sagte er in einem Interview mit der Webseite meedia.de.

Die Redaktionen der betroffenen Sendungen wiesen die Vorwürfe auf Anfrage von meedia.de zurück. Es gebe „keinen validen Beleg für ein angebliches Missverhältnis“, erklärte etwa der WDR. So habe etwa die Flüchtlingskrise schließlich über Monate auf der öffentlichen Agenda gestanden - und damit „überdurchschnittlich lange“.

fn

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