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Im Inntal fürchtet man den Lärm der Zubringerstrecke - Bundesverkehrsminister Dobrindt verspricht Hilfe.

Planungsdialog

Zubringer zum Brennerbasistunnel: Dobrindt verspricht Lärmschutz

Flintsbach a. Inn - Dauerthema und Daueraufreger: Am Bau des Brennerbasistunnels scheiden sich die Geister. Vor allem die Bewohner des Inntals sind von der Zubringerstrecke betroffen. Sie befürchten mehr Lärm. Verkehrsminister Dobrindt verspricht Hilfe.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat ein klares politisches Bekenntnis für die umweltverträgliche Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene abgelegt. „Güterverkehre entwickeln sich am dynamischsten auf der Schiene, dann erst auf der Straße und auf dem Wasser“, sagte der Minister am Freitag im oberbayerischen Flintsbach a. Inn. Zugleich kündigte er eine Gesetzgebungsinitiative für mehr Lärmschutz beim Schienengüterverkehr noch in dieser Legislaturperiode an. „Ich werde ab 2020 keine lauten Güterzüge mehr auf deutschen Trassen zulassen.“

Bei einer Informationsveranstaltung zum Bau der Zubringerstrecken durchs Inntal für den Brennerbasistunnel ließ Dobrindt keinen Zweifel daran, dass neben der Modernisierung der bereits bestehenden Zugstrecke mit zwei Gleisen durch die Inntalgemeinden eine weitere Trasse mit ebenfalls zwei Gleisen geplant werde. „An der Parallelität wird nicht gerüttelt.“

Der Lärmschutz spiele vor allem für die Bestandsstrecke mitten durch die Dörfer eine wichtige Rolle. Das Umrüsten von Waggons auf leisere Räder mit weniger Beanspruchung durch die Bremsen nannte Dobrindt als eine Maßnahme. Dafür solle es Zuschüsse geben. Zudem sollen mit Geld vom Bund und Land weitere Lärmschutzwände errichtet werden. Der Minister will außerdem noch dieses Jahr einen Lärmsanierungsgesamtplan für das Inntal in Auftrag geben. Ein Jahr später sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden.

DB-Vorstand Volker Kefer kündigte den Start eines Planungsdialogs mit den Betroffenen für den 25. März an. „Ein zentraler Punkt wird der Lärmschutz auf der Bestandsstrecke und der neuen Trasse sein“, erläuterte er. Leisere Züge sollen dabei nicht die einzige Maßnahme sein. Zur Bürgerbeteiligung ergänzte DB-Vertreter Klaus-Dieter Josel, es sollten die Anliegen aller Betroffenen aufgegriffen werden. „Es kann nicht sein, dass wir einen Strich durch die Landschaft ziehen.“

Der Flintsbacher Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU) appellierte an DB-Vorstand Kefer, keine Notlösung beim Lärmschutz zu liefern, „sondern eine gute Lösung für die belasteten Inntalerinnen und Inntaler“. Die örtliche CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig - sie hatte zu der Veranstaltung eingeladen - bestand darauf, dass nur eine Neubaustrecke die Zunahme des Schienenverkehrs bewältigen könne. Auf der bestehenden Linie müssten jedoch zum Schutz der Anwohner schon jetzt weitere Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden. Im Endausbau sollen beide Strecken betrieben werden. Wann dies der Fall sein wird, ließen die Bahnvertreter auch auf Nachfragen offen.

Derzeit fahren pro Tag rund 200 Züge auf der bestehenden Strecke. Nach der Modernisierung sollen es bis zu 300 sein. Auf der ebenfalls umstrittenen Zulaufstrecke von München bis Rosenheim hat die Bahn ihre Planungen zurückgestellt. Der knapp 60 Kilometer lange Brennerbasistunnel selbst soll 2026 in Betrieb gehen. Der Bau des milliardenteuren Projekts ist umstritten. Die Naturschutzverbände lehnen den Tunnel wegen der umweltbelastenden Zulaufstrecken ab.

dpa

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