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Werner Menner.

Kommentar

Zum Tod von Fidel Castro: Dunkles Erbe

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München - Fidel Castro hat zweifelsohne Geschichte geschrieben. Ein Gutmensch war er nie, auch wenn seine Verehrer in ihm eine Lichtgestalt sehen. Ein Kommentar.

Für die einen war er vergleichbar mit Nelson Mandela oder Martin Luther King. Für seine Gegner war und ist sein Platz neben Hitler, Stalin oder Mao. Fidel hat polarisiert. Liebe und Verehrung oder Hass und Verachtung. Dazwischen lag nicht viel. Und dennoch hat er es schon zu Lebzeiten geschafft, ein Mythos zu werden. Ein Begriff, der nicht zwingend positiv besetzt sein muss.

Fidel war ein skrupelloser Bursche, ein politischer Dinosaurier, ein Pirat der Karibik, der es stets verstanden hat, die Person Castro hinter einer Fassade zu verbergen. Es hat im geholfen zu überleben: etwa 600 Mordanschläge, zehn US-Präsidenten und den Hass der freien Welt. Castro war das Symbol einer Epoche, und der ideologischen Erstarrung. Er war ein verborter Getriebener. Dass er das Bildungs- und Gesundheitswesen auf Kuba verbessert hat, wiegt leicht gegen den Terror, mit dem er die Insel überzogen hat. Enteignungen, Folterungen, Hinrichtungen ohne Gerichtsurteile sowie die Geiselnahme eines ganzen Volkes prägen die Ära dieses Mannes, der für viele Menschen nicht nur in Lateinamerika trotz allem den Traum von einer besseren Welt verkörpert hat. Er ist kläglich gescheitert. Sein Erbe ist ein zerstörtes Land mit morbiden Städten und betrogenen Menschen.

Die Mehrheit der Kubaner hat es längst aufgegeben, an die von Castro immer wieder prophezeite „leuchtende Zukunft“ zu glauben. Für sie ist der Tod des Comandante eine Befreiung, verbunden mit der Hoffnung auf ein Ende auch seines menschverachtenden Regimes. Castro hielt sich für unfehlbar. Er war maßlos in seiner Politik und seiner Selbstüberschätzung. Das dürfte es der Geschichte schwer machen, ihn – wovon er überzeugt war – freizusprechen.

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