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Derzeit leben nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres 950 Salafisten in Berlin, von denen 420 gewaltorientiert seien.

Statistische Auswertung veröffentlicht

Zunehmend gewaltbereite Salafistenszene in Berlin fest verankert

Eine Analyse des Landesverfassungsschutzes gibt Anlass zur Sorge: Seit 2011 hat sich die Berliner Salafistenszene nahezu verdreifacht. Jeder Dritte besitzt nur einen deutschen Pass.

Berlin - Die Salafistenszene in der Hauptstadt wächst und wird gewaltbereiter. Dies geht aus einer am Mittwoch von der Berliner Senatsverwaltung für Inneres veröffentlichten Lageanalyse des Landesverfassungschutzes hervor. Erstmals wurden hierfür die Daten behördenbekannter Salafisten ausgewertet und zusammengefasst. Demnach sind diese radikalen Muslime fest verankert in Berlin, wobei nur wenige Flüchtlinge unter den Salafisten sind.

Derzeit leben nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres 950 Salafisten in Berlin, von denen 420 gewaltorientiert seien. Im Vergleich zum Jahr 2011 verdreifachte sich die Zahl von damals 350 Salafisten damit beinahe. Besonders problematisch: Gegenüber hundert gewaltorientierten Salafisten in 2011 ist diese Gruppe inzwischen mehr als viermal so groß.

Bemerkenswert ist den Autoren der Lageanalyse zufolge insbesondere die Altersstruktur der Szene: Die Berliner Salafisten seien mit durchschnittlich 34 Jahren auffallend alt. Von 748 ausgewerteten Szenemitgliedern seien 371 zwischen 26 und 37 Jahre alt. Dies spreche gegen die landläufige Einschätzung, die Hinwendung zum Salafismus sei Teil einer kurzen Lebensphase spätjugendlicher Sinnsuche.

Lageanalyse: Nur wenige der untersuchten Salafisten sind Flüchtlinge

Vielmehr seien die Salafisten seit der Etablierung ihrer Szene in Berlin vor 14 Jahren mit gealtert. So sei in Berlin seitdem eine regelrechte Infrastruktur entstanden - von Moscheen über Buchläden und Kleidergeschäfte bis hin zu Lebensmittelhändlern. Die meisten Salafisten lebten im Bezirk Neukölln sowie in den Stadtteilen Wedding und Kreuzberg, also im Westteil der Stadt.

Verheiratet ist nur die Hälfte der untersuchten Salafisten. Dies widerspricht eigentlich der salafistischen Lehre, wonach ein Muslim ein Frau für den Haushalt haben sollte. Da die Rolle der Frau genau darauf beschränkt ist, fällt es Salafisten den Autoren zufolge nicht leicht, sich zu verheiraten. In der Szene finden sich wenig gleichgesinnte Frauen: 89 Prozent der Salafisten sind Männer.

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Von 748 untersuchten Salafisten kamen auch nur 27 seit dem Jahr 2014 als Flüchtlinge nach Deutschland, davon wiederum die meisten aus Syrien und dem Irak. Tatsächlich haben aber die meisten einen Migrationshintergrund. So liegt der Anteil der Salafisten, die ausschließlich einen deutschen Pass haben, bei 35 Prozent.

92 Salafisten haben einen russischen Pass, gefolgt von 80 Inhabern türkischer Pässe. Auf Platz drei folgen Besitzer syrischer Pässe (46) und Libanesen (39). Neben der großen Gruppe von Palästinensern stammen fast alle anderen Salafisten mit Doppelpass oder ausländischem Pass aus arabischen Ländern.

AFP

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