+
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

„Brücken zu Lebensplänen“

Zurück in den Vollzeitjob: Bundestag beschließt „Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit“

Teilzeitbeschäftigte sollen künftig leichter zurück in einen Vollzeitjob wechseln können. Das Bundeskabinett stimmte am Mittwoch dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zu.

Berlin - Teilzeitbeschäftigte sollen künftig leichter zurück in einen Vollzeitjob wechseln können. Das Bundeskabinett stimmte am Mittwoch dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur Einführung einer Brückenteilzeit zu. Dem in der Union lange kritisierten Entwurf zufolge soll in Unternehmen ab 45 Mitarbeitern ein Recht auf befristete Teilzeit gelten.

"Arbeit, die zum Leben passt - das ist für immer mehr Menschen ein entscheidender Wert und für mich ein wesentliches Ziel", erklärte Heil. Der Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit sei dabei ein großer Schritt. "Denn er baut Brücken zu den eigenen Lebensplänen und Lebenslagen - eine Brücke ins Ehrenamt, in die Weiterbildung, in die Verwirklichung eigener Ziele und zurück."

Gleichstellung von Frauen, Vermeidung von Altersarmut

Zudem sollten dadurch "vor allem Frauen künftig nicht mehr in der Teilzeitfalle hängen" gelassen werden, fügte Heil hinzu. Damit sei die Brückenteilzeit auch ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und zur Vermeidung von Altersarmut. "Und sie sichert Fachkräfte, die wir dringend brauchen", erklärte der Minister.

Mit dem Gesetz sollen Teilzeitbeschäftigte ab dem kommenden Jahr größere Chancen auf eine Rückkehr in einen Vollzeitjob erhalten. Heil hatte den Entwurf dafür Mitte April auf den Weg gebracht. Das Recht auf befristete Teilzeit soll demnach für Unternehmen mit über 45 Beschäftigten gelten.

Noch am Dienstag hielt Dobrindt Entwurf für "noch nicht entscheidungsreif“

Noch am Dienstag hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bei der Brückenteilzeit weiteren Nachbesserungsbedarf angemeldet und überraschend erklärt, der Gesetzentwurf werde nicht am Mittwoch im Kabinett beraten. Der Entwurf sei "noch nicht entscheidungsreif", es gebe noch "offene Punkte". Heil kündigte schließlich aber an, nach harten Diskussionen sei eine Einigung erzielt worden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte die Zustimmung im Kabinett als "wichtigen Schritt", dem allerdings weitere folgen müssten. Der Entwurf enthalte "spürbare Fortschritte, auch wenn er deutlich hinter den gewerkschaftlichen Vorstellungen zurückbleibt", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Nötig sei mehr Arbeitszeitsouveränität für alle Beschäftigten.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis
Rund 130.000 Euro in kleinen Teilen, bestimmt für Alice Weidel, kurz vor der Bundestagswahl 2017: Die AfD gerät wegen einer Großspende aus der Schweiz heftig unter …
AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis
„Das kann nicht gut gehen“ - Seehofers Kampf ums letzte Amt 
Horst Seehofer wollte seinen Abgang selbst bestimmen. Das misslingt – erst beim Parteivorsitz, jetzt auch als Innenminister. Dem politischen Alphatier kommt auf den …
„Das kann nicht gut gehen“ - Seehofers Kampf ums letzte Amt 
Raketenangriffe auf Israel, Luftschläge gegen Hamas-Ziele
An der Grenze zum Gazastreifen kommt es seit März zu gewaltsamen Protesten. Zuletzt hatte sich die Lage dank Vermittlung Ägyptens stabilisiert. Doch ein Zwischenfall …
Raketenangriffe auf Israel, Luftschläge gegen Hamas-Ziele
Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?
2017 zog die AfD mit satten 12,6 Prozent in den Bundestag ein und wurde drittstärkste Kraft. Doch auf den Erfolg könnte sich nun ein Schatten legen. Eine Großspende aus …
Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?

Kommentare