Unruhen in Ägyptens Hauptstadt

Zusammenstöße in Kairo nach Tod eines Mannes auf Polizeirevier

Nachdem auf einer Polizeiwache in Ägyptens Hauptstadt ein Mann ums Leben kam, folgten heftige Unruhen. Demonstranten attackierten die Polizei, zahlreiche Verletzte und Festnahmen waren die Folge.

Der Tod eines jungen Mannes auf einer Polizeiwache in Kairo hat in der Nacht zum Samstag heftige Proteste ausgelöst: Demonstranten setzten nach Angaben von Sicherheitsleuten zehn Fahrzeuge in Brand, darunter drei Polizeiwagen. Außerdem warfen sie demnach Brandbomben und zündeten Autoreifen an. Die Polizei setzte Schrotmunition und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Neun Menschen wurden verletzt, 40 wurden festgenommen.

Der Mann mit dem Spitznamen "Afroto" war den Angaben zufolge am Freitagmorgen wegen Drogenhandels festgenommen worden. Die Demonstranten machten die Polizei für seinen Tod verantwortlich. Aus Sicherheitskreisen hieß es dagegen, der Mann sei bei einer heftigen Schlägerei mit anderen Festgenommenen getötet worden.

Die Sicherheitsbehörden versprachen, in dem Fall unvoreingenommen zu ermitteln und dabei auch die Rolle der Polizei nicht auszuklammern. Die Staatsanwalt verlangte eine Autopsie der Leiche.

Jugend im Nahen Osten: Ungewissheit, Zuversicht und Religion

Menschenrechtsorganisationen beschuldigen Polizei und Geheimdienste in Ägypten regelmäßig des Missbrauchs und der Folter von Gefangenen. Das Innenministerium in Kairo weist die Vorwürfe zurück, die Regierung von Staatschef Abdel Fattah al-Sisi räumt lediglich Einzelfälle von Folter ein.

Mehrere Polizisten wurden in den vergangenen Jahren wegen des gewaltsamen Todes von Gefangenen verurteilt. Al-Sisi war 2013 durch einen Militärputsch gegen seinen demokratisch gewählten Vorgänger Mohammed Mursi an die Macht gekommen. Proteste ließ er gewaltsam niederschlagen.

AFP

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