Terrorzelle von Barcelona hatte 120 Gasflaschen für Anschläge gehortet

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In der Hauptstadt Sanaa

Zwei Deutsche sterben bei Anschlag im Jemen

Berlin - Bei Anschlägen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am Donnerstag mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter auch zwei deutsche Staatsbürger.

Die beiden seien für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig gewesen, teilte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Abend in Berlin mit. Insgesamt wurden bei Anschlägen auf das Verteidigungsministerium 52 Menschen getötet und 167 weitere verletzt.

Westerwelle zeigte sich "zutiefst bestürzt" und verurteilte die "feigen Anschläge" auf das Schärfste. "Diese Verbrechen sind durch nichts zu rechtfertigen." Der amtierende Bundesaußenminister forderte, "dass diese brutalen terroristischen Akte schnellstmöglich aufgeklärt werden". Bei den Anschlägen sei auch ein einheimischer GIZ-Mitarbeiter getötet worden. Bei den deutschen Opfern handelte es sich nach jemenitischen Angaben um zwei Ärzte.

Top-Terrorristen der Al-Kaida

Top-Terrorristen der Al-Kaida

Jemenitischen Sicherheitskreisen zufolge drang zunächst ein Selbstmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto in den Komplex des Verteidigungsministeriums im Zentrum von Sanaa ein. Anschließend eröffneten die Insassen eines zweiten Wagens das Feuer. Das Vorgehen der Attentäter erinnerte an eine häufig vom Terrornetzwerk Al-Kaida angewandte Strategie.

Wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, gelang es den Angreifern, bis zu einem Militärkrankenhaus und zu zwei weiteren Gebäuden auf dem Gelände vorzudringen. Über dem Verteidigungsministerium stieg nach der Explosion dichter Rauch auf, der gesamte Komplex wurde abgeriegelt. Zunächst sprach das Verteidigungsministerium von 25 Todesopfern, am Abend dann gab der oberste Sicherheitsrat des Landes die Zahl der Toten mit mindestens 52 an.

Zu den Opfern zählten auch vier ausländische Ärzte. Neben den beiden Deutschen seien auch zwei Ärzte aus Vietnam getötet worden, teilte der Sicherheitsrat mit. Zudem seien zwei Krankenschwestern aus den Philippinen und eine Schwester aus Indien unter den Todesopfern gewesen, hieß es in der von der Nachrichtenagentur Saba verbreiteten Erklärung. Ein 90-jähriger Bruder von Jemens Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi, der in der Klinik behandelt wurde, überlebte nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Attacke.

Nach Angaben des Staatsfernsehens machte sich der Präsident gemeinsam mit seinen Sicherheitsberatern persönlich ein Bild vom Tatort. Hadi habe Ermittlungen angeordnet, erste Ergebnisse würden innerhalb von 24 Stunden vorgelegt. Dem Bericht zufolge machten sich die Attentäter Bauarbeiten an der westlichen Einfahrt zu dem Gelände zunutze.

Im Jemen hatten in den vergangenen Monaten Angriffe auf Polizei und Armee zugenommen, vor allem im Süden und Osten des Landes. Die Behörden machen in der Regel die Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel dafür verantwortlich.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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