92 und 93 Jahre alt

Zwei ehemalige SS-Wachmänner wegen Beihilfe zum Mord angeklagt

Zwei ehemalige SS-Wachmänner werden von der Staatsanwaltschaft Dortmund angeklagt. Die beiden mittlerweile 92- und 93-jährigen Männer hatten im deutschen Konzentrationslager Stutthof gearbeitet.

Dortmund - Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat Anklage gegen zwei ehemalige SS-Wachmänner im deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig erhoben. Ihnen werde Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Andreas Brendel am Mittwoch. Die Anklage richte sich gegen einen 93 Jahre alten Mann aus dem Kreis Borken und einen 92 Jahre alten Mann aus Wuppertal.

Die beiden Männer haben laut Staatsanwaltschaft zur Wachmannschaft im Konzentrationslager Stutthof gehört. Sie bestreiten laut Staatsanwaltschaft, an der Tötung von Menschen beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ist die Zentralstelle in Nordrhein-Westfalen zur Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen.

Vorwurf der Kenntnis schrecklicher Bedingungen im KZ

Im KZ Stutthof sind laut Staatsanwaltschaft mehrere hundert Menschen in Gaskammern mit dem Giftgas Zyklon B ermordet worden. Weitere hundert Menschen seien aufgrund der Lebensverhältnisse gestorben. Wegen der schlechten Unterbringung, der mangelhaften Ernährung sowie der schweren Zwangsarbeit seien immer wieder Krankheiten ausgebrochen. Die medizinische Versorgung sei sehr schlecht gewesen.

Weitere hundert Gefangene seien durch Genickschüsse getötet worden. Wieder andere Gefangene habe man erfrieren lassen oder Benzin und Phenol direkt ins Herz injiziert. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, von sämtlichen Maßnahmen Kenntnis gehabt zu haben. Der 93 Jahre alte Mann aus Borken soll von Juni 1942 bis September 1944 in Stutthof gewesen sein, der 92 Jahre alte Mann aus Wuppertal zwischen Juni 1944 und Mai 1945.

dpa

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