Ludwig Spaenlehofft auf Glanz durchdas neue Ministerium

Spaenle, der Zweifach-Minister

München – Eigentlich ist Ludwig Spaenle, 52, jetzt dort angekommen, wo er immer sein wollte: Der Münchner CSU-Chef wird in Zukunft neben dem Kultus- auch das Wissenschaftsministerium managen.

Sein Etat wird allein rund ein Drittel der gesamten Staatsausgaben umfassen. Es dürfte das größte Landesministerium in Deutschland sein. Das Herz des promovierten Historikers (Doktorarbeit über „Der Philhellenismus in Bayern 1821-1832“) schlägt eigentlich für die Universität. Vor seiner Zeit als Schulminister, also bis 2008, war er Vorsitzender des Hochschul-Ausschusses im Landtag. Über die falsche Besetzung von Lehrstühlen kann sich der Stoiber-Fan, der ein Porträt-Foto des ehemaligen Ministerpräsidenten auf dem Schreibtisch hat, im kleinen Kreis immer noch gut ereifern.

Doch bleibt abzuwarten, ob Spaenle sich elegant auf dem Universitätsgelände entfalten kann. Eröffnung von Museen, Besetzung von Intendantenposten – gut und schön. Das Rad der Zeit kann Spaenle wahrscheinlich nicht zurückdrehen – die Universitäten entscheiden über die Besetzung der Lehrstühle, anders als früher, heute weitgehend autonom. Wahrscheinlich aber werden Spaenle stets neu aufkommende Schulprobleme bald einholen – aktuell zum Beispiel klagen die Realschulen über akuten Lehrermangel, die Reform der Grundschul-Lehrpläne steht an, und die Klagen über das unrund laufende G8 sind ohnehin nie abgerissen. Wie gut, dass Spaenle künftig fachkundige Verstärkung zur Seite steht: Der neue Staatssekretär Georg Eisenreich aus München, dem die Schulen zugeordnet werden, könnte eine echte Verstärkung werden, sofern er seine betonharten CSU-Positionen aufgibt und echte Sachkunde walten lässt. Der Verbleib des Niederbayern Bernd Sibler, Betroffener in der Verwandtensaffäre, als zweiter Staatssekretär dürfte indes eher dem Regionalproporz geschuldet sein.

Dirk Walter

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