Ostbahnhof ist für S-Bahnen wieder frei – noch immer herrscht Chaos

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Kommentar zum Spatenstich

Zweite Stammstrecke: Heute ist ein historisches Datum

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Ein historisches Datum: Heute, am 5. April, findet der Spatenstich für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München statt. Es ist höchste Zeit, mit dem Projekt zu beginnen, findet Merkur-Redakteur Dirk Walter.

15. Juni 1966 – 5. April 2017: Diese beiden Daten gehen nun in die Annalen der S-Bahn München ein. 1966 erfolgte der Spatenstich für den ersten Tunnel. Gut 50 Jahre später kommt nun die Erweiterung: die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Endlich. Die jetzige Lösung hätte man vor zehn Jahren billiger haben können. Aber besser spät als nie. Die neue Stammstrecke ist dringend notwendig, wie jeder Pendler weiß. Die S-Bahn kann nicht weiter expandieren, obwohl das angesichts des Bevölkerungswachstums notwendig wäre. Die S-Bahn ist anfällig für Verspätungen. Und bei jedem Störfall bricht mittleres Chaos aus, das kann kein noch so kluges Betriebsmanagement verhindern. 2026, wenn der zweite Tunnel fahrbereit ist, könnte hier ein neues Zeitalter anbrechen.

Natürlich kann man den Sinn der Linienführung bezweifeln. Noch um die Jahrtausendwende war es zwar Konsens, dass eine zweite Stammstrecke gebaut werden müsse – allerdings nicht als Tunnel, sondern als „Südumfahrung“. Allein seligmachend wäre indes auch das nicht, denn die meisten S-Bahn-Fahrer wollen ins Herz Münchens, an den Marienplatz oder Stachus, nicht aber an die Poccistraße. Wer aber angesichts dieser Herausforderung auf einer Nulllösung beharrt, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden: In der Stadt gehört die Zukunft dem öffentlichen Personennahverkehr, nicht aber dem Auto. Die zweite Stammstrecke kann deshalb nicht Münchens letztes Verkehrsprojekt gewesen sein. Eine U 9, eine Tram-Westtangente, eine S 7-Verlängerung und eine S 4-Erweiterung – es gibt viele Projekte. Nur woher das Geld dafür kommen soll, kann keiner sagen.

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