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Hier hat es mit der Freundschaft geklappt: Flüchtlinge aus Syrien zeigen ihrem Gastvater Gastvater Willi Ernst aus Paderborn auf die Länder, die sie auf ihrer Flucht aus der Heimat durchquert haben.

Zwischenergebnis von Studie vorgestellt

Flüchtlinge sehnen sich nach "echten sozialen Kontakten"

München - Was brennt Flüchtlingen in Deutschland auf der Seele? Das sollten die Forscher der Robert-Bosch-Stiftung herausfinden. Ein Ergebnis: Viele Flüchtlinge beklagen, kaum deutschen Freunde zu haben.

Flüchtlinge in Deutschland wünschen sich Freundschaften und andere "echte soziale Kontakte". Dies geht aus einer Befragung von Asylsuchenden hervor. Die Die Robert-Bosch-Stiftung und der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration veröffentlichten ein Zwischenfazit der Studie am Dienstag in Berlin.

"So dankbar die Flüchtlinge für die Unterstützung durch Sozialarbeiter und Ehrenamtliche sind, so wenig können unterstützende Kontakte echte Freundschaften ersetzen", so Cornelia Schu vom Sachverständigenrat. Diese müssten eine gewisse professionelle Distanz wahren. Dieser Aspekt der Integration von Flüchtlingen werde bisher unterschätzt. 

Der Beitrag vieler Ehrenamtlicher könne "gar nicht hoch genug geschätzt werden", erklärte die Geschäftsführerin der Robert-Bosch-Stiftung, Uta-Micaela Dürig. Aber auch Einladungen zum Sport, zum Singen im Chor oder zu Nachbarschaftsinitiativen sendeten wichtige Signale aus. Sie könnten außerdem "der erste Schritt zum gegenseitigen persönlichen Kennenlernen" sein.

Sorge um Angehörige in der Heimat

Einige Flüchtlinge berichteten aber auch von zum Teil schwerer Ablehnung und Diskriminierung durch die ortsansässige Bevölkerung. Auf die Frage, was für sie im Moment das Wichtigste sei, nannten die Asylbewerber am häufigsten den Wunsch, bleiben zu dürfen. Die meisten wollten möglichst schnell Deutsch lernen und eine Arbeit finden. Die Sorge um Angehörige, die in der Heimat oder in einem Transitland auf den Familiennachzug nach Deutschland warten, beschäftigt demnach besonders die Syrer.

Bei der jetzigen Auswertung der Flüchtlings-Interviews handelt es sich um eine vorab veröffentliche Kurzversion zu einer umfassenderen Studie über die Lebenssituation von Asylsuchenden. Die komplette Untersuchung soll im November 2017 veröffentlicht werden. 

Lesen Sie auch: Studie: Flüchtlingszuwanderung kann Wachstum ankurbeln

AFP/dpa

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