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Zwischenfall auf Hannover Messe

Nackte Brüste für Putin und Merkel

Hannover - Blank ziehen als Protest: Aktivistinnen haben sich in Hannover vor Russlands Präsident Putin und Angela Merkel entblößt. Auf ihren Brüsten stand wenig Schmeichelhaftes für den Russen.

Das geht ja gut los: Fünf barbusige Frauen haben beim Besuch vom Russlands Präsident Wladimir Putin auf der Hannover Messe gegen dessen politisches System protestiert. Gegen 9.40 Uhr, habe es in Halle 15 einen Aufschrei, dann einen kleinen Tumult gegeben, berichtet die "Neue Presse". Vor den Augen von Wladimir Putin, Angela Merkel, Bildungsministerin Johanna Wanka, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und VW-Chef Martin Winterkorn entblößten sich die Demonstrantinnen der Aktivistengruppe "Femen" . Eine der Frauen hatte auf ihren Körper den Spruch "fuck dictator" und Schimpfworte in russischer Sprache gemalt. Sicherheitskräfte griffen sofort zu und drückten die Frauen zu Boden. Die Aktivistinnen im Alter zwischen 18 und 33 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung.

"Fuck dictator": Diese Frau protestierte mit nackten Tatsachen gegen Wladimir Putin.

Russland ist in diesem Jahr offizielles Partnerland der weltgrößten Industrieschau. Putin und Merkel hatten gerade den VW-Stand verlassen, als sich die Attacke ereignete. Sie setzten ihren Rundgang im Anschluss fort. Auf einer anschließenden Pressekonferenz gab sich Putin betont locker. Die Aktion der nackten Protestlerinnen habe ihm gefallen. "Ohne eine solche Aktion würde man weniger über eine solche Messe sprechen als mit einer solchen Aktion“, erklärte er. "Ich sehe darin nichts Schreckliches.“

Merkel verwies zwar auf die Demonstrationsfreiheit, kritisierte aber die Protestform. „Ob man in Deutschland zu einer solchen Notmaßnahme greifen muss und nicht anderweitig auch seine Meinung sagen kann, da habe ich meine Zweifel“, sagte sie. „Es gibt auch hier rechtliche Bestimmungen. Das wird jetzt überprüft werden.“

Für Putins Besuch wird Hannover zum Hochsicherheitstrakt. 100 Leute aus Putins Gefolgschaft waren laut "Neue Presse" bereits im Vorfeld in der Stadt. Putin residiert fürstlich  in der Präsidentensuite des Maritim Grand Hotels, die für 900 Euro pro Nacht auf 180 Quadratmetern zwei Schlaf-, zwei Wohnzimmer, zwei Bäder, Biedermeier-Antiquitäten und einen Blick aufs Rathaus bietet.

dpa/mm

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