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Horst Seehofer, Ministerpräsident: Note 3- Er startete stark trotz Extrembedingungen (Koalition, Landesbank-Loch, Finanzkrise), mit guter Sacharbeit und souveränem Auftreten. Später aber verwirrte er als hakenschlagender Spieler und Allesversprecher, landete im medialen Feuer. Binnen Wochen verspielte er in atemberaubenden Tempo viel Ansehen und Autorität, zettelte einen überflüssigen Kabinettskrach an, verlor einen Staatssekretär und muss nun um neues Vertrauen werben.
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Siegfried Schneider, Staatskanzleichef: Note 3 Der Spott „Horstis Hausmeister“ ist unberechtigt. Der etwas spröde Oberbayer hat seine Rolle als Regierungsorganisator im Hintergrund gefunden. Das klappt zwar nicht immer reibungslos (Digitalfunk, Asylpolitik), läuft aber völlig loyal zu Seehofer.
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Emilia Müller, Europaministerin: Note 5 Die Oberpfälzerin ist eingearbeitet, aber in Brüssel trotz häufiger Präsenz wenig vernetzt. Meidet Schlagzeilen. Begleitgesetze? Strukturpolitik? Kommissar? Sie könnte mehr aus dem Amt machen, wie Vorgänger Söder bewies – Politik müsste den Menschen eben auch vermittelt werden.
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Georg Fahrenschon, Finazminister: Note 2 Der versierteste Finanzpolitiker der Union, angenehm im Umgang, hütet einen zunehmend käseförmigen Etat. Löffelte die Lande sbank-Suppe bisher umsichtig aus, knickte aber arg schnell bei Mehrausgaben (Beamten-Arbeitszeit) ein. Will sich jetzt als eiserner Sparer bewähren. Aufstieg für Staatssekretär Franz Pschierer: Statt Grüßgott-Onkel ist er IT-Chef der Regierung.
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Joachim Herrmann, Innenminister: Note 3 Der CSU-Mann startete koalitionsbedingt mit Niederlagen bei den Sicherheitsgesetzen. Arbeitet bedächtig, kein Maulheld, füllt aber die Rolle als bundesweit auftretender „Mr. Sicherheit“ der CSU nicht aus. Sein kompetenter, aber lustloser Staatssekretär Bernd Weiß suchte das Weite.
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Martin Zeil, Wirtschaftsminister: Note 3 „Sein Sprechtempo kostet uns pro Sitzung eine Stunde“, lästert ein Kollege. Der FDP-Mann ist kein Schnellredner, aber auch kein Plapperer. Erledigt seine Arbeit zur Zufriedenheit der Wirtschaft, meist ohne große Bugwel le. Seehofers Kritik, zu wenig zu bewegen, ließ er abtropfen. Hat Mängel bei der Außendarstellung. Harmoniert mit der jungen, selbstbewussten Staatssekretärin Katja Hessel.
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Christine Haderthauer, Sozialministerin: Note 2 Problem mit zu losem Mundwerk (Strauß!). Die Ingolstädterin tut dem Kabinett aber gut, weil sie sich anlegt: für moderne Asylpolitik, für modern-konservative Familienpolitik. Setzte in Berlin das Betreuungsgeld durch, erzielt bundesweit Aufmerksamkeit bis hin zu „Anne Will“. Staatssekretär Markus Sackmann nimmt, obwohl fachfremd, im Hintergrund Arbeit ab.
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Markus Söder, Umweltminister: Note 3 Er sorgte für Beruhigung im Ärztestreit, ist sonst aber von Pech verfolgt. Eckt an (Donau-Ausbau), macht sich mit Boulevard-Aktionen („Singvögel befreien“, „Igel retten“) lächerlich. Immerhin: Er kämpft für eine ökosensiblere CSU, haut programmatisch Pflöcke ein. Bundesweit ist er medial präsenter als drei Viertel des Kabinetts zusammen. Kaum Spielraum für Staatssekretärin Melanie Huml.

Zwischenzeugnis für Bayerns Minister

Ein Jahr regiert jetzt das Kabinett Seehofer. Bis auf einen Staatssekretär sind noch alle an Bord, sie durchlebten Landesbank-Desaster, Wirtschaftskrise, Koalitionskrach und Versöhnung. Es ist Zeit für ein erstes Zwischenzeugnis.

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