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Erzbischof Chrysostomos II. (re.), das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Zyperns, im Februar 2013 mit dem damaligen Papst Benedikt XVI. Der Papst besuchte damals Nikosia.

Wegen Finanzkrise

Zyperns Kirche fordert: Politiker bestrafen

Nikosia - Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Zyperns fordert eine Bestrafung von Politikern des Landes wegen der schweren Finanzkrise. Klare Worte findet das Kirchen-Oberhaupt auch hinsichtlich der Euro-Zone.

Die Vorgängerregierung des bis Februar amtierenden linken Präsidenten Dimitris Christofias solle vor Gericht gestellt werden, weil sie für die jetzige Notlage verantwortlich sei, sagte Erzbischof Chrysostomos II. nach der Sonntagsmesse in Nikosia. „Sie sollten alle bestraft werden“, zitieren ihn zyprische Medien.

Zugleich kündigte er den Berichten zufolge an, dass er sich am kommenden Donnerstag mit russischen Geschäftsleuten treffen wolle, damit diese ihr Geld auf den zyprischen Bankkonten belassen. Andernfalls werde sich die Lage der Mittelmeerinsel weiter verschlechtern, so Chrysostomos II. In einer am Samstag von der Kirche veröffentlichten Mitteilung sprach sich der Erzbischof für die Wiedereinführung der Ende 2007 abgeschafften Währung, des „Zypern-Pfund“, aus. Zypern müsse die Euro-Zone verlassen .

Dem Inselstaat droht der Staatsbankrott. Die EU, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds verlangen für Hilfskredite von zehn Milliarden Euro einen Eigenbeitrag Zyperns von fast sechs Milliarden Euro. Dieses Geld will Nikosia unter anderem durch einen sogenannten Solidaritätsfonds aufbringen, der Anleihen zur Staatsfinanzierung ausgibt. Für den am Freitagabend vom zyprischen Parlament beschlossenen Fonds soll auch die Kirche Teile ihres Vermögens beisteuern. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Die orthodoxe Kirche ist größter Grundbesitzer auf Zypern und hält etwa 25 Prozent der Aktien der Hellenic Bank, des drittgrößten Kreditinstituts der Insel. Mehr als 90 Prozent der Zypern-Griechen sind orthodoxe Christen.

kna

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