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Im kalten Krieg war die Glienicker Brücke ein Symbol der deutschen Teilung.

Agententausch und Fluchtversuche

“Wo war hier denn die Mauer?“ Diese Frage stellen sich in Potsdam viele 20 Jahre nach dem Mauerfall. Zwar verlief die rund sieben Kilometer lange Grenze direkt vor den Stadttoren, doch fast alle Hinweise darauf sind verschwunden.

Da hilft nur besonders genaues Hingucken. Das fängt schon bei der Fahrt von Berlin nach Potsdam an. Vor der legendären Glienicker Brücke liegt die ehemalige Westzone - mit einer Ausnahme, die auf jedem Stadtplan erkennbar ist: “Klein Glienicke, eine kleine Ost-Enklave, schiebt sich zungenförmig in den Westen und das heutige Land Berlin“, erklärt Stadtführer Henry Hajdu.

Der “Berliner Mauerweg“ markiert nur wenige Meter vor der Brücke eine Begrenzung dieser Enklave. Mehr Hinweise auf die ehemalige Trennung gibt es erst einmal nicht - außer einem etwas schiefen Betonpfosten der Grenzbefestigung am Straßenrand. Ein anderer Hinweis ist das grüne Gestrüpp: Zwischen dichten Baumreihen befindet sich ein Streifen, wo keine Bäume stehen, sondern nur Gras sprießt. “Das war zur DDR-Zeit der Grenzstreifen“, sagt Hajdu.

Das größte Medienereignis in der Berliner Spionage-Geschichte war die Freilassung des sowjetischen Bürgerrechtlers Scharanski am 11. Februar 1986 in den Westen.

Auf der östlichen Seite wird Klein Glienicke teilweise vom Böttcherberg begrenzt. Dazwischen erstreckt sich ein verträumter Vorort. Während der Teilung gab es wegen der Nähe zum Westen hier auch etliche Fluchtversuche. Einer gelang in unmittelbarer Nähe zum Park am Jagdschloss Glienicke: Bewohner eines Grenzhauses gruben einen Tunnel und krabbelten im April 1972 auf die andere Seite. Die Glienicker Brücke war seit den 50er Jahren für den Autoverkehr gesperrt, schließlich verlief die Grenze zwischen beiden Sektoren auf ihrer Mitte. Zu sehen ist davon heute nicht mehr viel, nur fast abgefahrene Reste eines weißen Grenzstreifens. Weltweit bekannt wurde die Brücke für ihre Agentenaustausche. Zahlreiche Hollywoodfilme ließen sich davon inspirieren - dabei gab es auf der Brücke tatsächlich nur wenige Austausche. Rechts hinter der Brücke führt eine Treppe zum Ufer. Dort, wo vor 20 Jahren noch eine Mauer die Sicht auf den Jungfernsee versperrte, sind mittlerweile alle Erinnerungsstücke entfernt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand im Schloss Cecilienhof die Drei-Mächte-Konferenz statt.

Nach einigen hundert Metern kommt man zum Schloss Cecilienhof, nach dem Zweiten Weltkrieg Ort der Drei-Mächte-Konferenz. Für die deutsch-deutsche Teilung sollte diese Potsdamer Konferenz 1945 wegweisend sein. Schließlich wurde dabei klar, dass die USA und die Sowjetunion in ihren deutschen Sektoren unterschiedliche Besatzungspolitiken verfolgten. Ein regelmäßig frisch bepflanzter roter Sowjetstern im Innenhof erinnert noch heute an den Gastgeber der Konferenz - und späteren Machthaber der Region.

Efeu rankt über die Betonplatten voller Grafitti

Wer bis zum Ende des Neuen Gartens läuft und dem Uferweg folgt, merkt schnell, dass die etwas heruntergekommene Bertinistraße eigentlich nicht fürs touristische Auge gedacht ist. Dafür ist sie umso spannender. Denn abseits der gepflegten Gartenanlage finden Besucher plötzlich die ersten Mauerreste dieser Strecke. Wie aus dem Nichts taucht ein etwa 200 Meter langes Mauerstück auf. Efeu rankt über die Betonplatten voller Grafitti. In der Lindenstraße in Potsdam gibt es eine Gedenkstätte für das ehemalige Stasigefängnis. In der Leistikowstraße steht die Gedenk- und Begegnungsstätte Ehemaliges KGB-Gefängnis. Die “Verbotene Stadt“ in der Nauener Vorstadt erinnert daran, dass sich dort von 1945 an eine der KGB-Deutschlandzentralen befand. Nahe des S-Bahnhofs Griebnitzsee stehen weitere Reste der Mauer.

INFORMATION: Touristeninformation Brandenburg, Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam (Tel.: 0331/29 87 30, www.reiseland-brandenburg.de).

Aliki Nassoufis

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