Corona in Deutschland: Spahn verkündet Testpflicht für Reiserückkehrer ab Samstag - doch nicht für alle

Corona in Deutschland: Spahn verkündet Testpflicht für Reiserückkehrer ab Samstag - doch nicht für alle
Die ÖBB betreibt immer noch Nachtzüge. Ein weiteres Eisenbahnunternehmen steigt nun ins Geschäft ein.
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Die ÖBB betreibt immer noch Nachtzüge. Ein weiteres Eisenbahnunternehmen steigt nun ins Geschäft ein.

Alternativen

Von den Alpen nach Sylt im Nachtexpress: Neue Zugverbindung soll Urlauber locken

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Ein Nachtexpress von den Alpen nach Sylt soll Reisende ohne Infektionsrisiko in den Urlaub befördern. Kommen die Nachtzüge nun wieder zurück?

  • Ab Juli feiert ein Nachtexpress von den Alpen bis Sylt Premiere.
  • Interessierte sollten genau prüfen, ob es sich für sie lohnt.
  • Steigt die Deutsche Bahn auch wieder in Geschäft mit den Nachtzügen ein?

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr für einige Wochen beinahe komplett zum Erliegen gebracht. Seit Mitte Juni bieten viele Airlines zwar wieder Flüge an, doch ob sich die Branche so schnell erholt, bleibt fraglich. Easyjet-Chef Johan Lundgren spricht in einem Interview mit Spiegel (Inhalt hinter Bezahlschranke) davon, dass sich das Passagierniveau vermutlich erst wieder 2023 den Stand von 2019 erreicht.

Alpen-Sylt-Nachtexpress im Sommer: Über Nacht von den Bergen ans Meer

Dieses zögerliche Verhalten von Urlaubern könnte nun anderen Anbietern eine Starthilfe bescheren: Im Sommer wagt sich nämlich das kleine Eisenbahnunternehmen RDC mit Sitz in Hamburg wieder an das Thema Nachtzüge heran. Die Deutsche Bahn war 2016 aus dem Geschäft ausgestiegen, sodass seither nur noch wenige Strecken von der österreichischen Staatsbahn ÖBB betrieben wurden. Ab 4. Juli wird sich das ändern: RDC bietet dann nämlich bis September den Alpen-Sylt-Nachtexpress an - über Nacht von den Bergen ans Meer oder umgekehrt, so die Vision.

Zweimal wöchentlich wird der Nachtexpress von Salzburg nach Sylt fahren. Zustiegsmöglichkeiten sind in Freilassing, Traunstein, Prien am Chiemsee, Rosenheim, München-Pasing, Augsburg, Donauwörth, Nürnberg, Würzburg, Aschaffenburg und Frankfurt/Main-Süd, Hamburg-Hauptbahnhof, Hamburg-Altona, Husum und Niebüll geplant. Während der Fahrt im eigenen Abteil gibt es keine Maskenpflicht, nur beim Ein- und Ausstieg sowie außerhalb des eigenen Abteils.

Allerdings lohnt sich die Anreise mit dem Nachtexpress nicht für jeden: Ein Ticket kostet satte 399 Euro pro Abteil. Das heißt, wer alleine reist, zahlt auch alleine den vollen Preis. Bis zu sechs Personen können jedoch mit einem Ticket reisen, sodass sich die Kosten teilen ließen. Auch für Familien könnte der Nachtexpress dadurch eine Alternative zum Flug sein, zumal sich eine Hotelnacht sparen lässt. Was aber auch zu beachten ist: Der Preis bleibt gleich, unabhängig davon, an welchem Halt die Reisenden einsteigen. Verpflegung ist zudem vorhanden, im Preis aber nicht inbegriffen.

Auch interessant: Corona-Krise: Deutsche Bahn will Fahrgäste vor vollen Zügen warnen - so soll's funktionieren.

Wird es in Zukunft wieder mehr Nachtzüge geben?

Gerade die Klimadebatte stieß Anfang des Jahres wieder Überlegungen dazu an, wieder ins Geschäft der Nachtzüge einzusteigen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sei "dafür prinzipiell offen", wie er der Deutschen Presse-Agentur mit dem Verweis auf laufende Gespräche mit den Staatsbahnen Österreichs und der Schweiz mitteilte. Ob die Deutsche Bahn (DB) sich ebenfalls engagieren wolle, sei noch offen. Allerdings hieß es gegenüber dem Tagesspiegel von einer DB-Sprecherin: "Das klassische Nachtzuggeschäft ist ein sehr kostenintensives Angebot." Im Jahr 2015 erwirtschaftete demnach das Nachtzuggeschäft bei einem Ertrag von rund 90 Millionen Euro einen Verlust von circa 31 Millionen Euro.

Es bleibt abzuwarten, ob die Corona-Pandemie und damit einhergehende Krise für den Flugverkehr dem Geschäft mit den Nachtzügen wieder neues Leben einhaucht.

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