Wein aus der Wasserleitung gab es im italienischen Ort Castelvetro. (Symbolbild)
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Wein aus der Wasserleitung gab es im italienischen Ort Castelvetro. (Symbolbild)

Drei Stunden lang

Auszeit von Coronavirus: In diesem italienischen Dorf kam Wein statt Wasser aus der Leitung

  • Simona de Clerk
    vonSimona de Clerk
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Es klingt wie im Märchen: Sie drehen den Wasserhahn auf und heraus sprudelt feiner Rotwein. In einem italienischen Dorf ist genau dies geschehen.

  • Am vergangenen Mittwoch staunten die Bewohner der norditalienischen Stadt Castelvetro nicht schlecht.
  • In einigen Haushalten sprudelte beim Aufdrehen des Wasserhahns nicht Wasser, sondern Lambrusco aus der Leitung.
  • Doch was hatte es damit auf sich?

Wein statt Wasser aus der Leitung: In kleinem italienischen Dorf ist dies passiert

Es klingt für viele himmlisch: Den Wasserhahn aufdrehen und statt mit Wasser das Glas mit Lambrusco füllen, der aus der Leitung sprudelt - einfach so. Dies geschah am Mittwoch (4.3.20) in der norditalienischen Stadt Castelvetro, die rund 16 Kilometer südlich von Modena liegt.

Der Grund: Eine Fehlfunktion in der örtlichen Weinkellerei "Cantina Settecani". Durch den Defekt liefen rund 1.000 Liter Wein in die Wasserleitungen. Die Panne dauerte etwa drei Stunden an, betroffen von dem Weinsegen waren 20 Häuser, erklärte Giorgia Mezzacqui, stellvertretende Bürgermeisterin von Castelvetro, gegenüber dem Portal CNN Travel. Gesundheitliche Risiken hatte die undichte Stelle demnach nicht als Folge.

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Die Stadt Castelvetro befindet sich derzeit eigentlich in einer Krise hinsichtlich des Coronavirus in Italien. Für einen Moment habe es durch den Wein aus den Leitungen einen kleinen Lichtblick gegeben. "In einer Zeit, in der wir sehr wenig zu lachen haben, bin ich froh, dass wir den anderen etwas Leichtigkeit entgegenbringen konnten", so Mezzacqui: "Hoffentlich wird man sich eines Tages an uns erinnern und uns besuchen wollen."

Nach Angaben der Kellerei wurde die Fehlfunktion durch ein defektes Ventil der Abfüllanlage verursacht. Der Lambrusco Grasparossa, eine lokale Spezialität, gelangte so in die Wasserleitungen der Stadt. Fabrizio Amorotti, kaufmännischer Leiter der "Cantina Settecani", erklärte: "Einige Kunden im Umkreis riefen uns an, um uns zu warnen und uns mitzuteilen, dass sie den Wein abfüllen könnten." 

Castelvetro liegt in der Region Emilia-Romagna und ist bei vielen Menschen aus der ganzen Welt beliebt im Hinblick auf Lebensmittel und Wein. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Italien seien jedoch zahlreiche Buchungen im Tourismusbereich in der Region abgesagt worden, so Mezzacqui.

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