Bundespolizei: Neue Regeln fürs Handgepäck

Schönefeld - Die Bundespolizei hat am Mittwoch am Flughafen Berlin-Schönefeld die neuen Mitnahmebestimmungen für Handgepäck im Flugzeug vorgestellt. Jetzt geht es wieder lockerer zu. 

Passagiere dürfen von diesem Freitag an wieder Flüssigkeiten in größerem Umfang mit an Bord eines Flugzeuges nehmen - allerdings nur auf Transitflügen mit Einkäufen aus dem Duty-Free-Shop. Die Bundespolizei präsentierte am Mittwoch im Flughafen Berlin-Schönefeld die neuen Mitnahmebestimmungen. Für Fluggäste, die in Deutschland starten, ändert sich vorerst nichts. Mit der Lockerung setzt Deutschland eine EU-Verordnung um.

Die Lockerung sei ein “erster Schritt“ zur vollständigen Aufhebung der Beschränkungen im April 2013, sagte der Leiter des Referats Luftsicherheit bei der Bundespolizei, Steffen Richter. Wie viele Fluggäste davon profitieren, konnte er nicht sagen - es handelt sich aber wohl nur um einen Bruchteil. Als Beispiel eines Transitfluges nannte Richter eine Route von Kairo über Frankfurt am Main nach Berlin, dann gilt keine Mengenbeschränkung.

Am Schönefelder Terminal demonstrierte die Bundespolizei ein neues technisches Verfahren, mit dem verbotene Flüssigkeiten künftig zuverlässig entdeckt werden sollen. Dabei handelt sich um Geräte, die Flaschen, Tiegel oder Haargeltuben mit Laser beziehungsweise Elektromagnetwellen durchleuchten. Ab Freitag werden sie bundesweit an allen Airports mit Transitverkehr eingesetzt. Seit 2006 dürfen Flaschen, Zahnpastatuben und Handcreme-Tiegel nicht mehr als 100 Milliliter enthalten und müssen in einen Klarsichtbeutel gesteckt werden.

Luftverkehrsexperte Richter sprach von einer wichtigen “Übungsphase“ auf dem Weg zur vollständigen Aufhebung der Beschränkungen fürs Handgepäck. Diese waren 2006 nach vereitelten Terroranschlägen mit Flüssigsprengstoff erlassen worden. Obwohl es sich um eine EU-weite Verordnung handelt, beteiligen sich die meisten der 27 EU-Staaten vorerst nicht an dem neuen Verfahren.

Laut Bundespolizei machen neben Deutschland nur Dänemark, Schweden, Zypern sowie voraussichtlich Österreich und Irland mit. Länder wie Großbritannien und Frankreich mit den großen Drehkreuzen London und Paris sind nicht dabei. Kritiker monieren die unübersichtliche Lage für Passagiere. Zudem wird befürchtet, dass die Technik nicht ausgereift sei.

dpa 

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