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Für Mutige: Unter dem Caminito del Rey klafft die Schlucht.

Caminito del Rey

Ansturm auf den Königsweg

Wer den Caminito del Rey begeht, sollte schwindelfrei sein. Der Pfad schwebt über dem Abgrund. Mehrere Wanderer stürzten hier in den Tod. Kommende Woche eröffnet der Weg nach einer Sanierung.

„Königsweg“ heißt der Caminito del Rey ins Deutsche übersetzt. Eine Prachtstraße war der Pfad durch die Schlucht von El Chorro in Andalusien allerdings nie. In den vergangenen Jahren präsentierte er sich eher als Spielplatz für Extremkletterer. Er schwebt an Felswänden 100 Meter über dem Fluss Guadalhorce und ist an vielen Stellen nur einen Meter breit. Mehrere Todesfälle brachten ihm eine Sperrung und den unrühmlichen Titel „Gefährlichster Weg der Welt“ ein. Nun wurde der Caminito del Rey für 2,24 Millionen Euro saniert und gesichert. Am 28. März eröffnet er wieder für Besucher.

Sie wandern künftig auf einer Strecke von 1,2 Kilometer auf einem Steg aus Holz und Stahl über dem Abgrund. Schon allein dafür braucht es eine ordentliche Portion Mut. Auf einigen Abschnitten wurden die Planken durch einen Glasboden ersetzt – für den freien Blick in die Tiefe. Insgesamt umfasst der Caminito del Rey eine Strecke von 7,7 Kilometern, die das Dorf El Chorro mit den Stauseen des Guadalhorce verbindet.

Der Weg wurde 1905 eröffnet, um die Arbeiter schnell zur Stauanlage zu bringen. Zuvor durchquerte nur die Eisenbahn die Gaitanes Schlucht. Bald herrschte auf dem beleuchteten Pfad Tag und Nacht reger Verkehr: Frauen trugen ihre Einkäufe nach Hause, Kinder gingen in die Schule und manche Bewohner radelten darauf sogar durch die Gaitanes Schlucht. 1921 nutzte auch König Alfonso XIII die Abkürzung zu den Einweihungsfeierlichkeiten des Staudamms Conde del Guadalhorce – und gab dem Königsweg seinen heutigen Namen.

Über die Jahrzehnte bröckelte der Steg. An manchen Stellen balancierten Wanderer nur über die Stahlträger. Aus der einstigen Dorfstraße war ein Klettersteig für Profis geworden. Nachdem 1999 und 2000 vier Menschen in der Schlucht in den Tod stürzten, baute die Lokalregierung Anfang und Ende des Caminito del Rey ab. Extremkletter fanden aber weiterhin Einstiege.

Seit vergangem Frühjahr wurde der Weg nun wieder begehbar gemacht. Die Arbeiter nutzen eine ähnliche Technik wie schon beim Bau des ersten Caminitos: Sie seilten sich von den Felswänden ab. Die Baumaterialien brachte dieses Mal allerdings ein Hubschrauber. Wanderer können die verwendeten Stahlseile am Fels auch künftig zur Sicherung nutzen. Außerdem herrscht auf dem Caminito del Rey Helmpflicht. Für die 7,7 Kilometer sind vier bis fünf Stunden veranschlagt. Damit es nicht zu Touristenanstürmen kommt, dürfen pro Tag nur 400 angemeldete Besucher in die Schlucht.

Beate Winterer

Reise-Infos zum Königsweg

Reiseziel Der Caminito del Rey liegt 40 Kilometer von Malaga entfernt. Er führt auf 7,7 Kilometer vom Dorf El Chorro durch die Gaitanes Schlucht zu den Stauseen des Flusses Guadalhorce.

Anreise Mehrere Airlines fliegen von München nach Malaga. Die Preise für Hin- und Rückflug beginnen bei etwa 110 Euro. Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt zum Caminito eine Stunde. Von Malaga fährt auch ein Zug.

Öffnungszeiten Der Caminito ist von November bis März zwischen 10 und 14 Uhr und von April bis Oktober zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Täglich dürfen 400 Besucher auf die Strecke.

Veranstalter Noch bietet kein Reiseveranstalter Touren zum Caminito del Rey an. Der Deutsche Alpenverein und Wikinger Reisen planen den Pfad demnächst ins Programm zu nehmen.

Buchen Der Eintritt zum Caminito ist bis September kostenlos. Besucher müssen sich vorab im Internet unter www.caminitodelrey.info anmelden. Bis Mai sind die Plätze ausgebucht.

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