Kuriose Regeln

Camping-Irrsinn durch Corona-Regeln: Tagsüber erlaubt, nachts dann aber nicht

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Die zahlreichen Corona-Regeln bezüglich Reisen und Campen sorgen für viel Verunsicherung – aber auch Unverständnis, wie ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz zeigt.

Über Ostern hätten manche Bundesländer gerne die Campingplätze oder Ferienwohnungen für Reisende geöffnet. Ein kontaktarmer Urlaub sei hier sehr gut möglich – allerdings fand der Vorschlag in den Beratungen von Bund und Ländern nicht viel Zustimmung. Stattdessen appellierte die Regierung weiterhin dazu, von In- und Auslandsreisen abzusehen.

„Ist doch irre!“: Campingplatz-Betreiber und Camper pikiert über Corona-Verordnung

In Rheinland-Pfalz versuchten sich dennoch einige Camper mit ihrem Wohnmobil an einem Kurz-Urlaub. Aufgrund der Corona-Verordnung des Bundeslandes stießen die Reisenden aber auf ein ärgerliches Problem: Tagsüber durften sie ihre Camper nämlich auf einem Campingplatz abstellen – nachts allerdings nicht. Darum mussten die Urlauber abends vom Campingplatz fahren, um legal auf öffentlichen Stell- oder abgelegenen Waldplätzen zu übernachten. Campingplatz-Betreiber Oliver Schrupp kritisierte die Corona-Verordnung gegenüber Bild.de aufs Schärfste: „Ist doch irre! Tagsüber darf ich Wohnmobile hier auf dem Platz empfangen, bis 21 Uhr müssen sie den Stellplatz verlassen und stehen zehn Meter weiter an der Straße oder auf einem öffentlichen Parkplatz!“ Normalerweise verdient er bei einem Campingwagen pro Nacht 20 Euro plus acht Euro pro Person. Die Regel würde einfach nur seine Einnahmen blockieren.

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Wann darf ich überhaupt mein Wohnmobil auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen?

Die Sprecherin der Staatskanzler erklärte dazu auf Anfrage von Bild.de: „Die Pandemie verlangt uns allen sehr viel ab. Auch die emotionalen Ausführungen von Herrn Schupp sind sehr gut nachzuvollziehen. Jetzt bleibt aber das nächste Bund-Länder-Treffen und die weitere Entwicklung der Infektionslage abzuwarten.“ Auf einem zugelassenen Parkplatz dürfe nur im Wohnmobil übernachtet werden, wenn es der Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit diene. Wer also bis 21 Uhr Alkohol getrunken hat, dürfte sich auf den Parkplatz stellen. Für die Camper selbst ist das einfach nur umständlich: „Wir waren in Stuttgart und müssen nach Hamburg. Wir müssen durch die doofe Corona-Regel stundenlang nach einem geeigneten Stellplatz suchen. Es könnte alles so einfach sein!“, meinte Andreas O. gegenüber Bild.de.

Dass die Camping-Regeln von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können, kann auch für Verwirrung sorgen. Welche Maßnahmen zum Beispiel in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gelten, lesen Sie auf kreiszeitung.de.

*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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