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Das ganz große Ding: Mike Ebert ist auf der free mit dem 8,62 Meter langen Frankia-Luxusmobil vertreten.

Das Bett reist mit

Campingurlaub einst und heute

Die einen reisen mit kleinem Gepäck, die anderen am liebsten mit dem ganzen Hausstand. Und allen Pauschalreisewellen zum Trotz nimmt die Fangemeinde der Camper und Wohnmobilisten seit Jahrzehnten zu...

...was auch ihre wachsende Präsenz auf der aktuellen Reise- und Freizeitmesse f.re.e in München zeigt. Wir sprachen mit drei von über 50 Ausstellern und blicken zurück auf die lange Geschichte eines Reisetraums.

Mag sein, dass die Holländer bei der Sache um eine Anhängerachse vorn liegen. Aber selbst wenn, dann sind wir ihnen jedenfalls dicht auf den Fersen als fahrendes Urlaubsvolk samt Campingdusche, Gasherd und Chemieklo an Bord. Denn wir Deutschen lieben unser Haus auf Rädern.

Nicht, dass wir uns das Hotelzimmer nicht leisten könnten. Darum geht es eigentlich nicht. Camping und Caravaning ist keine Frage des Geldbeutels, sondern eine Frage der Lebenseinstellung. Es ist der Traum von Freiheit und Unabhängigkeit, durchaus Bequem-Urlaub mit Jogginghose und Birkenstock-Sandalen, aber gewürzt gerade mit dem richtigen Quantum von Abenteuer und Pioniergeist.

Der deutsche Wohnmobilmarkt nahm mit Beginn der Reisewelle in den Wirtschaftswunderjahren stetig zu. 1000 Wohnwagen waren 1954 in der BRD zugelassen, 1965 sind es schon 50 000 Caravans. Samt Hausrat ging es damals vorwiegend an die heimischen Nordseestrände, in die Berge und an die Seen Österreichs – und natürlich nach bella Italia.

In den 70er Jahren wird der ausgebaute VW-Bus zum Inbegriff der mobilen Freiheit. Der Familienvater fährt mit Sack und Pack und Hubbett an die Adria, die Studentenbewegung gegen das Establishment düst mit Flowerpower bis nach Indien und Afrika. Sogar die Wüstendurchquerung macht der Bus mit. Bulli, gängigster Kosename des Volkswohnwagens, ist einerseits Hinweis auf die Robustheit des Fahrzeugs, steht aber laut Hersteller auch als Abkürzung für Bus und Lieferwagen, eine Doppelfunktion, die dieses Auto immer erfüllte.

Mehr als 1,1 Millionen Reisemobile und Caravans sind heute in Deutschland zugelassen, dazu kommen 370 000 fest stehende Wohnwagen auf Zeltplätzen von Sylt bis zum Starnberger See. Der Ferienhausersatz auf Rädern, ein Zuhause für die Freizeit.

Entsprechend der Nachfrage nimmt auch der Caravaning-Bereich auf der Münchner Reisemesse f.re.e stetig zu. 15.000 Quadratmeter, sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr, belegen die Aussteller heuer in den Hallen B4 und B5. Sie zeigen dort mehr als 250 Fahrzeuge, vom Mini-Wohnanhänger, den sogar ein Kleinwagen ziehen kann, bis zum XXL-Reisemobil mit dem Komfort einer Luxusvilla. Nur den Seeblick dazu, den muss sich der Ferienhäuserlbesitzer erarbeiten – oder besser gesagt erfahren.

Christine Hinkofer

Das Buch

„Ferien unterm Himmelszelt“

Da werden Erinnerungen wach: Nostalgische Bilder vom Campingurlaub der Nachkriegszeit zeigt der Bildband „Ferien unterm Himmelszelt“, der im Bucher Verlag erschienen ist. ISBN 978-3-7658-2030-4; Preis: 19,99 Euro.    

Camper auf der Messe

50 Reisemobil- und Caravanmarken sind mit insgesamt 250 Fahrzeugen in diesem Jahr auf der Münchner Reisemesse free vertreten (Halle B4 und B5). Den Stand des Caravaning Industrie Verbandes findet man in Halle B5. An der Camping-Servicestation in Halle B4 gibt es Unterlagen und Prospektmaterial von attraktiven Campingplätzen in Europa. Die Reisemesse ist noch an diesem Wochenende geöffnet, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Eintrittspreise: 8,50 Euro vor Ort, 5,50 Euro bei Buchung im Internet.

Impressionen von der f.re.e 2014

f.re.e 2014: Bilder von der Erlebnismesse

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